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08.10.2013

20:35 Uhr

Günstige Rahmenbedingungen

Spanien plant neue Staatsanleihe

Spanien plant erstmals seit Beginn der Schuldenkrise die Emission einer Staatsanleihe mit der Laufzeit von 31 Jahren. Die Regierung will so von den günstigen Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten profitieren.

Madrid. Die Anleihe könnte bereits am Mittwoch platziert werden. Reuters

Madrid. Die Anleihe könnte bereits am Mittwoch platziert werden.

MadridErstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise plant Spanien die Emission einer Staatsanleihe mit der Laufzeit von 31 Jahren. Das Finanzministerium in Madrid beauftragte am Dienstag eine Reihe von Banken mit der Umsetzung. Nach Angaben aus Regierungskreisen könnte die Anleihe bereits am Mittwoch platziert werden und ein Volumen bis zu drei Milliarden Euro haben. Zuletzt hatte Spanien eine Anleihe mit einer solch langen Laufzeit im Jahr 2009 begeben.

Mit der Emission will die Regierung von den zuletzt wieder günstigen Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten profitieren. Nach Ausbruch der Schuldenkrise im Zuge der weltweiten Banken- und Hypothekenkrise waren vor allem die Risikoaufschläge für Anleihen südeuropäischer Länder auf Rekordhöhen geschossen. Erst nach der Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer vergangenen Jahres, notfalls alles in seiner Macht stehende für den Zusammenhalt der Euro-Zone zu unternehmen, gingen die Risikoaufschläge zurück.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Die Euro-Partner hatten Spanien eine Kredite bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt, um dem Land bei der Rekapitalisierung maroder Banken zu unterstützen. Davon hat Spanien im Gegenzug für Reformen und internationale Kontrollen im Bankenbereich bislang 41 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Ein Spitzendiplomat in Brüssel erklärte, es werde nicht damit gerechnet, dass Spanien ein weiteres Hilfsprogramm beantragen werde.

Von

rtr

Kommentare (3)

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GKausN

08.10.2013, 22:49 Uhr

Nach dem Griechenland-Flop leihe ich Südländern nicht für 31 Tage Geld.

Charly

08.10.2013, 23:07 Uhr

Kann mir mal jemand sagen welcher Investor der noch halbwegs bei Trost ist, sich eine Anleihe eines Pleite-Staats ins Depot legt, zu Super-Mickrig-Zinsen in der Erwartung, dass es entweder direkt zum Euro-Crash oder zu starken Zinserhöhungen und in dessen Folge zum Euro-Crash kommt. Zudem mit einer Laufzeit von 31 Jahren.

Solchen Dreck kaufen entweder nur Zocker in Erwartung minimalster Zinssenkungen um es sofort wieder rauszufeuern oder Notenbanken.

Mit sogenannten Märkten hat das nichts zu tun.

Account gelöscht!

08.10.2013, 23:18 Uhr

Ich auch nicht, aber Millionen von Riester-Sparer tun das - nämlich indirekt über die Versicherungen.

Dumm nur, wenn man dann in Rente geht und der Grieche oder der Spanier nicht zahlt.

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