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05.02.2013

13:22 Uhr

Gute Geschäfte

Hugo Chavez und Goldman Sachs - eine unheilige Allianz

Hugo Chavez, Präsident Venezuelas, gibt gern den Kapitalisten-Schreck. Doch in Wahrheit bedient er fleißig Investoren wie Goldman Sachs. Die wiederum sind begeistert. Ein gutes Geschäft für beide Seiten.

Von seinen Anhängern wird Hugo Chavez wie ein Heiliger vererht. Aus den jüngsten Wahlen in Venezuela ging er als Sieger hervor. Aufgrund einer Krebserkrankung hat er das Amt noch nicht antreten können. dapd

Von seinen Anhängern wird Hugo Chavez wie ein Heiliger vererht. Aus den jüngsten Wahlen in Venezuela ging er als Sieger hervor. Aufgrund einer Krebserkrankung hat er das Amt noch nicht antreten können.

Caracas/New YorkGoldman Sachs steht für Kapitalismus in seiner reinsten, manche sagen auch in seiner brutalsten Form. Hugo Chavez, Präsident Venezuelas, dürfte naturgemäß nicht zu den Freunden der Investmentbank zählen. Doch der Sozialist und die Banker haben mehr gemeinsam, als es den Anschein hat; zumindest haben beide sehr ähnliche Interessen.

Seit Chavez, der ehemalige Offizier und Fallschirmjäger, das Land regiert, hat er mehr als 1.000 Unternehmen verstaatlicht. Sein Ziel: eine sozialistische Revolution. Doch die kostet Geld. Und deshalb ist Chavez auf Investoren aus dem Ausland angewiesen. Die wiederum leihen ihr Geld bereitwillig, erhalten sie dafür doch eine stattliche Rendite. Schließlich liefert Chavez verlässlich.

Investoren, die in seiner Amtszeit in Staatsanleihen des Landes investierten, konnten damit ein kleines Vermögen verdienen. Die Renditen lagen etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt bei Schwellenländer-Bonds.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Die Anleihen aus Venezuela haben seither insgesamt 681 Prozent zugelegt, was einer Jahresrate von 14,7 Prozent entspricht. Investoren von Oppenheimer Funds bis hin zu Goldman Sachs Asset Management haben an dieser Wertsteigerung partizipiert. Sie zählen darauf, dass Chavez einen Teil der Öl-Einnahmen abzwackt und damit regelmäßig seinen Zahlungen nachkommt.

Natürlich haben sich während der Amtszeit von Chavez sich so viele Investoren aus dem Land zurückgezogen, sodass es Venezuela deutlich schwerer hatte, an Geld zu kommen, als andere Entwicklungsländer. Aber die Investoren, die geblieben sind, verdienten umso besser. Chavet hat noch nie eine Bond-Zahlung verpasst.

Kommentare (1)

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Bernard

10.02.2013, 10:36 Uhr

Goldman Sachs dealt mit den "Yankee-Imperialisten" der USA genauso wie mit den "bösen Kommunisten" Chinas und Vietnams. Na und ?

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