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12.01.2007

22:29 Uhr

handelsblatt Anlegerakademie

Bunte Auswahl für Anleger

VonAnke Rezmer

Investmentfonds erschließen auch Kleinanlegern die große Welt der Finanzmärkte. Das Konzept gibt es bereits seit 200 Jahren. Es erfordert einen langen Atem.

Entwicklung des Fondsmarktes. Zur Vollansicht bitte anklicken.

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HB FRANKFURT. Manche Ideen überdauern Jahrhunderte. Was Abraham van Ketwich 1774 startete, ist heute noch aktuell. Der Amsterdamer Broker brachte vor mehr als 200 Jahren Investoren zusammen, die Anteile an einer Art Fonds namens „Eendragt Maakt Magt“ (Einigkeit macht stark) erwarben, der in Anleihen ausländischer Regierungen und Banken sowie Kredite in Westindien investierte. Den Eignern der 2 000 Anteile wurde eine Mindestrendite von vier Prozent versprochen.

Finanzprofessor Geert Rouwenhorst von der US-Elite-Universität Yale hat hier einen der frühesten Hinweise darauf entdeckt, dass mit einer Art Fonds die Streuung von Risiken angestrebt wurde. Hintergrund: Wenige Jahre zuvor waren einige britische Banken pleite gegangen, weil sie zu hohe Kredite in wenige Kolonien vergeben hatten. Van Ketwich kam mit seinem Modell dem Wunsch vieler Investoren nach einer besseren Risikostreuung nach. „Die Bedeutung des 17. und 18. Jahrhunderts für die Kapitalmärkte ist nicht zu unterschätzen“, sagt Rouwenhorst. „Vieles von dem, was wir heute am Kapitalmarkt sehen, stammt aus der Zeit“, meint er.

Weitere Vorläufer von Fonds entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts in Belgien und der Schweiz. Als erste angelsächsische Fondsgesellschaft taucht der „Foreign and Colonial Government Trust“ 1868 in den Geschichtsbüchern auf. Die Londoner investierten in ausländische Staatsanleihen. Im Prospekt des Trusts stand die Kernidee der Fonds, die bis heute gilt: „Investoren mit geringen Mitteln sollten die gleichen Anlagechancen bekommen wie Reiche, indem die Risiken über verschiedene Anlagen aufgeteilt werden.“ Bis 1875 entstanden in London bereits 18 solcher Gesellschaften. In dieser Zeit gründete der Schotte Robert Fleming den bekannten, später „First Scottish American Trust“ genannten Fonds, der in US-Eisenbahn-Anteile investierte und als Vorläufer der Aktienfonds gilt.

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