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16.09.2014

09:00 Uhr

Heidelberg-Cement-Tochter

Hansen vor Börsengang

Schon bald will Heidelberg Cement seine Tochter Hanson an die Börse bringen. Das Emissionsvolumen steht aber noch nicht fest. Mit der Vorbereitung sind BofA Merrill Lynch, BNP Paribas und Deutsche Bank beauftragt.

HeidelbergCement will seine Tochter Hanson an die Börse bringen. dpa

HeidelbergCement will seine Tochter Hanson an die Börse bringen.

MünchenHeidelberg Cement treibt die Trennung von seinem Bauproduktegeschäft voran und bereitet den Börsengang der Tochter Hanson in den USA vor. Das Geschäft mit Baustoffen in Nordamerika und Großbritannien sei für eine Notierung an der Wall Street bei der US-Aufsicht SEC registriert worden, teilte der Zementhersteller am Montag mit. Mit der Vorbereitung des Börsengangs sind die Banken BofA Merrill Lynch, BNP Paribas und Deutsche Bank beauftragt, wie aus der Pflichtmitteilung an die SEC hervorgeht. Wie viele Aktien Heidelberg Cement verkaufen will und wann, steht noch nicht fest. Hanson selbst würde bei einem Börsengang kein frisches Geld zufließen.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Parallel treibe Heidelberg Cement auch einen direkten Verkauf weiter voran, ergänzte ein Sprecher. Mit der Doppel-Strategie hofft Konzernchef Bernd Scheifele einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Analysten halten einen Verkaufserlös für die Sparte von ein bis 1,5 Milliarden Euro für möglich.

Allerdings ist Hanson gerade erst aus den roten Zahlen gekommen. Im ersten Halbjahr schrieb die Sparte einen Gewinn von knapp 15 Millionen Dollar (12 Millionen Euro) bei einem Umsatz von 597 Millionen Dollar (463 Millionen Euro). Die Umsätze von Hanson waren 2012 und 2013 zurückgegangen, seit 2009 weist das Unternehmen Verluste aus. Im vergangenen Jahr hatte Hanson bei umgerechnet 871 Millionen Euro Umsatz 195 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet, zum Großteil allerdings, weil Heidelberg Cement den Firmenwert des Druckleitungsgeschäfts in den USA massiv herabgesetzt hatte.

In diesem Monat soll die aktive Verkaufsphase beginnen. Zur Jahreswende könnte der Verkauf abgeschlossen sein. Dann hätte der drittgrößte Baustoffkonzern nach Lafarge und Holcim mehr finanzielle Mittel, um den großen Konkurrenten Geschäft abkaufen zu können. Lafarge und Holcim wollen sich zusammenschließen und müssen einen Teil ihrer Aktivitäten abgeben, um grünes Licht von den Kartellbehörden zu erhalten.

Von

rtr

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