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14.08.2011

12:29 Uhr

Herabstufung der USA

Börsenaufsicht ermittelt gegen S&P

Die Börsenaufsicht SEC untersucht nach einem Pressebericht die Rechenmethoden der Ratingagentur. Außerdem könnte es Insiderhandel gegeben haben. War die Herabstufung der USA nicht gerechtfertigt?

Logo der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Folgen Ermittlungen gegen Standard an Poor`s? Quelle: Reuters

Logo der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Folgen Ermittlungen gegen Standard an Poor`s?

Erfolgte die Herabstufung der USA von der Ratingagentur Standard and Poor's (S&P ) tatsächlich nur wegen eines Rechenfehlers? Das behauptet nach wie vor das Finanzministerium der USA und spricht davon, dass S&P zwei Billionen US-Dollar angeblich nicht berücksichtig habe.

Unterstützung erhält die US-Regierung jetzt offenbar von der US-Börsenaufsicht. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ leitet das SEC eine Untersuchung der Rechenmethoden der Ratingagentur ein. Wie die Zeitung unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise berichtete, geht es bei der Untersuchung außerdem um mögliche Insidergeschäfte. Die Börsenaufsicht will demnach herausfinden, welche S&P-Mitarbeiter schon vor der offiziellen Ankündigung von der geplanten Herabstufung wussten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit der USA in der vergangenen Woche erstmals in der Geschichte von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ herabgestuft. Grund waren Zweifel an der Fähigkeit Washingtons, die massive Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Der eigentlich erwartete Schritt hatte für erhebliche Unruhe an den inanzmärkten gesorgt.

Ein Sprecher des US-Finanzministeriums hatte nach der Entscheidung erklärt, die Bewertung der wirtschaftlichen Lage durch das Unternehmen enthalte einen Fehler über zwei Billionen Dollar. Finanzminister Timothy Geithner bezeichnete die Herabstufung als „schreckliche Fehleinschätzung“. Er warf der Agentur einen „verblüffenden Mangel an Kenntnissen in grundlegender US-Haushaltsmathematik“ vor, weshalb sie „genau dem falschen Schluss gekommen“ sei.

Das sieht Standard & Poor's freilich anders: Verantwortlich für die Herabstufung sind demnach nicht nur bloße Zahlen, sondern auch die tiefen Gräben zwischen Demokraten und Republikanern. Ein "grundlegender mathematischer Fehler mit erheblicher Konsequenz" - mit diesen Worten beschreibt John Bellows vom US-Finanzministerium, wie Standard & Poor's zu dem Schluss kommen konnte, die Kreditwürdigkeit seines Landes herabzustufen.

Bei der Berechnung der Schuldenentwicklung für die nächsten zehn Jahre habe die Ratingagentur fälschlicherweise zwei unterschiedliche Zeitschienen miteinander vermischt, schreibt er auf der Internetseite des Ministeriums. Wäre dies nicht passiert, hätte Standard & Poor's für das nächste Jahrzehnt Ausgabenkürzungen von vier Billionen Dollar errechnen können - so viel, wie die Agentur vor kurzem selbst verlangt hatte, um die nun erfolgte Herabstufung doch noch zu vermeiden.

Kommentare (9)

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Norbert

14.08.2011, 12:43 Uhr

So ein Schwachsinn....
Die SEC spielt doch dieses korrupte, verlogene Spiel mit !

Pendler

14.08.2011, 13:02 Uhr

Wehe dem, der es wagt die Wahrheit zu sagen!



Account gelöscht!

14.08.2011, 13:23 Uhr

A A A A A, NOCH EINS MEHR ALS BUFFETT SAGT
Am Ende soll wohl eine erhöhte Glaubwürdigkeit beider, also des amerikanischen Staates wie der Rating-Agenturen herauskommen.
Das wird laut Adam Riese schwer werden.

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