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05.12.2011

22:19 Uhr

Herabstufung droht

Jetzt ist auch Deutschlands Top-Rating in Gefahr

Das deutsche Top-Rating wackelt. Die Ratingagentur Standard & Poor's will offenbar den Ausblick auf negativ herabsetzen. Betroffen sind auch fünf weitere EU-Länder deren Bonität noch mit der Bestnote bewertet wird.

New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht mit der Herabstufung von Deutschland und anderen Ländern der Euro-Zone mit der Bestnote AAA. Neben der Bonität Deutschlands wackelt auch das Top-Rating AAA von Frankreich, den Niederlanden, das Österreichs, Luxemburgs und Finnlands.

Noch am Montag wolle S&P den Ausblick der Länder auf negativ setzen, was eine Herabstufung innerhalb von 90 Tagen nach sich ziehen könnte, berichtete die britische Zeitung „Financial Times“. Die Wahrscheinlichkeit dafür läge dann bei 1:2. S&P weigerte sich, die Nachricht zu kommentieren. Die Nachrichtenagenturen Reuters und Dapd meldeten später am Montagabend unter Bezug auf Kreise in Brüssel, S&P wolle die Bonität sämtlicher Staaten der Euro-Zone überprüfen. Das berichtete auch die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Euro-Kurs reagierte mit Abschlägen und fiel unter 1,34 Dollar, die US-Börsen büßten einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ein.

Während Frankreichs Top-Rating schon seit mehreren Wochen als gefährdet gilt, war dies für Deutschland bis vor kurzem noch unvorstellbar. Allerdings hatte die Bundesrepublik Ende November erhebliche Probleme bei der Platzierung einer Anleihe und die Bundesbank musste als Käufer eines wesentlichen Teils einspringen.

Die Ratingagentur zeigte sich jetzt besorgt angesichts der „möglichen Auswirkungen“ der zunehmenden politischen, finanziellen und monetären Probleme der europäischen Wirtschaften und der europäischen Währungsunion.

S&P erhöht damit den Druck vor dem EU-Gipfel am Ende der Woche. Die Ratingagentur beklagte „den mangelnden Fortschritt“ der europäischen Politiker bisher. Er könne durch „strukturelle Schwächen in den Entscheidungsprozessen der Eurozone und der Europäischen Union“ verursacht sein.

Kommentare (77)

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Wutbuerger

05.12.2011, 20:57 Uhr

Na endlich. Danke S&P!

Paranoia

05.12.2011, 21:00 Uhr

Da kann man wirklich paranoisch werden. Erst das "Versehen" mit Frankreich, jetzt gleich alle AAA-Länder. Die Begründung ist sehr allgemein gehalten, vielleicht der im angelsächsischen Raum verbreiteten Überzeugung, dass die Eurozone auseinanderbrechen wird, geschuldet. Das alles anlässlich des Besuchs des amerikanischen Finanzministers in Deutschland, der schon lange auf die "Big Bazooka" und Anwerfen der Notenpresse drängt. Soll der EU-Gipfel damit beeinflusst werden? Ist das ein Wirtschaftskrieg? Neutral kommen einem die Ratingagenturen schon lange nicht mehr vor.

Account gelöscht!

05.12.2011, 21:03 Uhr

Leute, geht wieder in die Keller - entstaubt die Kanonen und putzt eure Pickelhauben.




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