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10.08.2011

19:42 Uhr

Herabstufung

Fitch senkt den Daumen über Zypern

Fitch geht nicht davon aus, dass Zypern seinen Finanzbedarf am Kapitalmarkt decken kann. Das Rating des Inselstaats liegt jetzt nur noch zwei Noten über dem sogenannten Ramsch-Bereich.

Eine Zypriotin vor einem Euro-Symbol auf der der Fassade der Zentral Bank in Nicosia, Zypern. Quelle: dpa

Eine Zypriotin vor einem Euro-Symbol auf der der Fassade der Zentral Bank in Nicosia, Zypern.

London/nikosiaZypern hat am Mittwoch auch mit einem neuen Schuldenprogramm aus Steuersenkungen und Ausgabenkürzungen eine weitere Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit nicht verhindern können. Die Ratingagentur Fitch senkte den Daumen über Zypern und stufte die Bonität um zwei Noten auf „BBB“ zurück. Zugleich warnte die Agentur, Zypern werde unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen. Der Inselstaat werde in der zweiten Jahreshälfte von einer Finanzierung am Kapitalmarkt ausgeschlossen sein. Im laufenden Jahr steige das Haushaltsdefizit Zyperns auf sieben Prozent, kündigte Fitch an.

In der Euro-Zone sorgt Zypern indes für wenig Unruhe. Die Inselrepublik trägt lediglich 0,2 Prozent zur Wirtschaftsleistung der 17-Länder-Zone bei, ein Rettungsprogramm dürfte die Gemeinschaft kaum überfordern. Zypern müht sich derzeit mit allen Kräften darum, seine Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Das neue Kabinett beschloss am Mittwoch ein 600 Millionen Euro umfassendes Maßnahmenpaket, mit dessen Hilfe die Mittelmeerrepublik ihr Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken will. Nach Angaben von Finanzminister Kikis Kazamias soll die Mehrwertsteuer um zwei Punkte auf 17 Prozent angehoben und die Einkommensteuer auf Jahresverdienste über 60.000 Euro auf 35 von 30 Prozent erhöht werden. Auch die Abgaben auf Zinserträge sollen steigen.

Auf der Ausgabenseite werden vor allem die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes belastet: Ihre Gehälter sollen in den kommenden drei Jahren nicht steigen. Berufsanfänger sollen Kazamias zufolge weniger verdienen und höhere Sozialabgaben leisten. Befürchtungen, dass Zypern sich als nächstes Land unter dem Euro-Rettungsschirm flüchten müsse, hatten durch eine Energiekrise und die Warnung der Zentralbank vor einer Staatspleite neue Nahrung erhalten.

Die Regierung war für dieses Jahr von einem Defizit von vier Prozent des BIP ausgegangen. Dem machte allerdings im Juli die verheerende Explosion in einem Munitionsdepot einen Strich durch die Rechnung. Die finanziellen Folgen der Katastrophe, bei der auch das größte Kraftwerk des Landes zerstört wurde, beziffert die Opposition auf drei Milliarden Euro. Diese kritisierte am Mittwoch auch das neue Schuldenprogramm. Die Regierung hat im Parlament keine Mehrheit, um ihr Kürzungsprogramm durchzusetzen.

Die Demokratische Partei, die unlängst aus der Koalition mit der kommunistischen Akel-Partei ausgestiegen ist, lehnt vor allem die geplanten Einsparungen für den öffentlichen Dienst ab. Parteiübergreifende Vermittlungsbemühungen blieben ohne Erfolg.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.08.2011, 20:54 Uhr


griechisch-zypriotische Banken sind halt so eine "Sache".
Schon vorm Hintergrund ihrer "Einlagen". Und dann kommt die wilde mafioese Kreditvergabe. Meine feste Prognose: das wird fuchsteufelswild fuer Barroso und andere Herdentierchen. MRD-Hilfen flitzen durch die Strandgassen.
Und keiner der Ahnungslosen will was gewusst haben. ist ja alles so weit weg.

Account gelöscht!

11.08.2011, 15:00 Uhr

Angela wird helfen!

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