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22.08.2014

22:54 Uhr

Hero Cycles

Inder retten Fahrradhersteller Mifa

Der Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt kann Dank einer Finanzspritze des indischen Fahrradriesen Hero Cycles weiter bestehen bleiben. Damit besitzen die Inder bis zu 89 Prozent der Anteile.

Der Fahrradhersteller Mifa kann durch eine Finanzspritze eines indischen Unternehmens weiter bestehen bleiben. dpa

Der Fahrradhersteller Mifa kann durch eine Finanzspritze eines indischen Unternehmens weiter bestehen bleiben.

Frankfurt/MainDer angeschlagene Fahrradhersteller Mifa steht vor der Rettung. Der indische Branchenriese Hero Cycles steigt mit mindestens 15 Millionen Euro bei dem Unternehmen aus Sangerhausen ein, wie die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG (Mifa) am Freitagabend mitteilte. Damit kommt Hero künftig auf bis zu 89 Prozent der Mifa-Anteile. Im Zuge eines Kapitalschnitts müssen die bisherigen Anteilseigner weichen, darunter der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, der die Übernahme durch die Inder noch vor der Unternehmenskrise eingefädelt hatte und bisher 28 Prozent hält. Auch der ehemalige Vorstandschef Peter Wicht (24 Prozent) geht so gut wie leer aus. Zugleich wird die Mifa entschuldet.

Der als Chef-Sanierer in den Mifa-Vorstand geholte Stefan Weniger erklärte, die am Freitag getroffene Grundlagenvereinbarung sei die Basis für den Fortbestand des Unternehmens. "Die Sanierung der Mifa befindet sich somit auf der Zielgeraden." Mifa ist der absatzstärkste deutsche Fahrradhersteller und beliefert vor allem große Handelsketten wie Aldi mit günstigen Zweirädern. Bei dem Unternehmen aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt war ein Bilanzloch von 28 Millionen Euro entstanden, weil Vorräte und Lagerbestände falsch verbucht worden waren.

Die Einigung hing zuletzt noch an den Gläubigern einer 25 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe, die die Mifa erst vor einem Jahr begeben hatte. Die erste Rate der Zinsen konnte das Unternehmen Mitte August schon nicht mehr zahlen. Die Gläubiger verzichten nun auf 15 Millionen Euro ihrer Forderungen und erhalten dafür zehn Prozent der Anteile am Unternehmen. Die Commerzbank, die Deutsche Bank und die SachsenLB, bei denen Mifa mit mehr als 25 Millionen Euro in der Kreide steht, treten den Anleihegläubigern wie gefordert 7,5 Millionen Euro Sicherheiten ab.

Im Gegenzug muss die auf zehn Millionen Euro geschrumpfte Anleihe erst 2021 zurückgezahlt werden, drei Jahre später als geplant. Statt 7,5 Prozent Zinsen bekommen die Anleihegläubiger nur ein Prozent. In den vergangenen Monaten waren viele Firmen, die Mittelstandsanleihen ausgegeben hatten, ins Trudeln geraten oder hatten Insolvenz angemeldet.

Von

rtr

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