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30.08.2011

13:28 Uhr

High Frequency Trading

Computer bringen die Börsen ins Wanken

VonMichael Maisch

Superschnelle PC-Programme übernehmen die Macht an der Börse. Den High-Tech-Händlern bringt der Computer hohe Gewinne. Doch die Angst wächst, dass sie die Märkte aus dem Gleichgewicht bringen.

Plötzliche Kursstürze wie am letzten Donnerstag sorgen für Ratlosigkeit am Aktienmarkt. Quelle: Reuters

Plötzliche Kursstürze wie am letzten Donnerstag sorgen für Ratlosigkeit am Aktienmarkt.

LondonEine Branche steht unter Generalverdacht. In den vergangenen Jahren haben die sogenannten High-Frequency-Trader einen beispiellosen Siegeszug an den Börsen in den USA und Europa hinter sich. Doch nun gehen Aufseher und Politiker in die Offensive, weil sie fürchten, dass die Computerprogramme der Hochgeschwindigkeitshändler die brutalen Kursausschläge der vergangenen Wochen verstärkt haben und die Märkte destabilisieren. Auch als am vergangenen Donnerstag der Dax ohne Vorwarnung und erkennbaren Grund plötzlich einbrach, richtete sich der Verdacht gegen die Geschwindigkeitsfanatiker unter den Aktienhändlern.
Mit ausgefeilten Computeralgorithmen und dem Einsatz von Hochleistungsrechnern bombardieren die Händler die Börsen im Rhythmus von Mikrosekunden mit Kauf- und Verkaufsorders. Menschliches Wissen oder menschliche Instinkte spielen beim High-Frequency-Trading keine Rolle mehr. Ziel der Händler ist es, so schnell wie kein anderer Marktteilnehmer Zugang zu Angebots- und Nachfragekursen zu bekommen und diesen Informationsvorsprung in profitable Geschäfte umzusetzen. Dabei setzen die Händler meist ihr eigenes Kapital ein.

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Das Geschäft mit dem Hochgeschwindigkeitshandel scheint sich zu lohnen. Die Fachzeitschrift "Financial News" hat ausgerechnet, dass europäische High-Frequency-Firmen wie IMC oder Getco Europe im vergangenen Jahr ihre Einnahmen im Schnitt um 18 Prozent auf 208 Millionen Dollar steigern konnten. Spitzenreiter war die niederländische Firma Optiver mit einem Plus von 36 Prozent auf mehr als 500 Millionen Dollar. Im Schnitt erreichten die Hochgeschwindigkeitshändler den Berechnungen zufolge Einnahmen von 2,7 Millionen Dollar pro Mitarbeiter. Wäre die US-Investmentbank Goldman Sachs ähnlich effizient, hätte sie 2010 Einnahmen von 96 Milliarden Dollar erzielt statt der erreichten 39 Milliarden Dollar.

Kommentare (21)

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Pendler

30.08.2011, 13:38 Uhr

soso Computer-crash ??

Soll das heißen, dass ein Börsencrash gerade am Aanlaufen ist? würde mich ja nicht wundern, denn wenn Dt. den Dolce-Vita Banken nicht die flatrate über 725 Mrd € ausstellt, kippen die Dolce-Vita Banken wie Fliegen von der Wand.

Domino Effekt by Dolce-Vita Banken

bommel

30.08.2011, 13:41 Uhr

yes. endlich mal ein kruzer beitrag über diese gefahren. terminator und skylab lassen grüßen;-)

immerwiederstaunend

30.08.2011, 14:00 Uhr

Wer in einen verrosteten Käfer einen 500 PS-Ferrari-Motor einbaut, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende einen Totalschaden hat. Aber wer dann in dieses "Fahrzeug" auch noch einsteigt, kommt höchstwahrscheinlich darin um....

Toller Artikel!

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