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11.01.2011

20:53 Uhr

Hilfe oder Selbsthilfe?

Dissens vor dem großen Markttest für Portugal

VonSven Afhüppe, Andrea Cünnen, Anne Grüttner, Gerd Höhler

José Sócrates gab sich kämpferisch: "Die portugiesische Regierung wird keine Finanzhilfe beantragen, aus dem einfachen Grund, dass sie nicht nötig ist", sagte Portugals Premier gestern. Heute ist der Tag der Wahrheit, Portugal muss sich den Anlegern stellen, wenn neue Staatsanleihen über bis zu 1,25 Milliarden Euro begeben werden.

Portugals Premier Jose Socrates (r.) und Finanzminister Fernando Teixeira: Die Verlautbarungen der Südeuropäer sind derzeit sehr widersprüchlich. dpa

Portugals Premier Jose Socrates (r.) und Finanzminister Fernando Teixeira: Die Verlautbarungen der Südeuropäer sind derzeit sehr widersprüchlich.

BERLIN/FRANKFURT/MADRID/ATHEN. Jetzt gibt es selbst innerhalb der portugiesischen Notenbank Dissens darüber, ob es für das Land nicht besser wäre, auf Hilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) zurückzugreifen. Dabei hatte Sócrates am Dienstag gute Nachrichten im Gepäck: Gemeinsam mit Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos verkündete er auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz, dass die Neuverschuldung 2010 noch unter der mit der EU-Kommission vereinbarten Grenze von 7,3 Prozent liegen werde.

Der heute anstehende Test Portugals am Anleihemarkt verunsichert die Investoren seit Tagen. Spekulationen, dass Portugal bei einer schwachen Anleiheauktion nach Irland als nächstes Land unter den europäischen Rettungsschirm gedrängt wird, werden immer lauter, auch in EU-Kreisen ist davon die Rede. Die Rendite der noch knapp zehn Jahre laufenden Staatsanleihe war zuletzt auf bis zu 7,2 Prozent und damit ein Hoch im Euro-Zeitalter geklettert. Ebendiese Anleihe wird heute - gemeinsam mit einem knapp vierjährigen Bond - aufgestockt.



Schützenhilfe bekam Sócrates von Angela Merkel. "Aus meiner Sicht hat Portugal sehr wichtige und einschneidende Maßnahmen ergriffen", sagte die Bundeskanzlerin. Die Umsetzung dieser Maßnahmen brauche eine gewisse Zeit. Es müsse beobachtet werden, wie diese greifen. Gegenüber dem Handelsblatt betonte ein Regierungsvertreter ebenfalls, dass es "noch keine Anzeichen" dafür gebe, dass Portugal sich nicht mehr alleine finanzieren könne.

Entwarnung und viel Zeit bedeutet das indes nicht. "Sollten die Investoren deutliche Renditeaufschläge von Portugal verlangen, sollte sich die Regierung ernsthaft Gedanken über einen Hilfsantrag machen", sagte der deutsche Regierungsvertreter weiter: Portugal werde die Ansage der Märkte verstehen. Noch viel deutlicher wurde Finnlands Finanzminister Jyrki Katainen: "Portugal hat bereits viele Maßnahmen angekündigt, aber es wäre gut, zu überlegen, was zusätzlich getan werden könnte." Irland sei möglicherweise nicht das letzte Land gewesen, das um Kredithilfen bitten musste. Irland war im November nach tagelangen Dementis plötzlich unter den EU-Rettungsschirm geschlüpft.

Kommentare (4)

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Meinungsbildner

11.01.2011, 22:39 Uhr

"Deshalb riet Yu lediglich zum Kauf der sicheren Anleihen, die EU und Euro-Länder für die Finanzierung der irland-Hilfen auflegen. Japans Finanzminister Yoshihiko Noda hatte zuvor ebenfalls verkündet, sein Land wolle nur die Anleihen des Rettungsschirms, nicht die der Krisenländer kaufen."

Heute abend habe die letzen Euro im Depot in Hongkong-Dollar umgerubelt. Gott schütze das berliner/brüsseler Regierungs/EU-Kommissionsgesindel und seine hirngewaschenenen Mitläufer in der weltoffenen und toleranten bRD.

So nun hören wir bis Mitte 2011 mindestens 2 mal pro Woche

11.01.2011, 22:54 Uhr

Portugal kippt, Spanien kippt, Griechenland kippt wieder mal......
Langsam wird es langweilig!
Wir wissen doch schon alles, aber ändern können wir doch eh nichts! Schreibt doch mal was über etwas anderes, z.b. schöne Frauen, dieses Thema ist doch viel interessanter, Oder?

Gäääähhnnnnn

11.01.2011, 22:56 Uhr

da ist ein Schneckenrennen wirklich spektakulärer!

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