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21.08.2013

14:10 Uhr

Historisches Tief

Indische Zentralbank kann Währungsverfall nicht stoppen

Die indische Rupie ist auf den tiefsten Wert aller Zeiten gefallen. Der Verfall der indischen Währung setzt sich damit fort, obwohl sich die Zentralbank mit aller Kraft dagegen stemmt. Allerdings vergeblich.

Die indische Zentralbank verkauft sogar schon Dollar, um die eigene Währung zu stützen. Bisher vergeblich. dpa

Die indische Zentralbank verkauft sogar schon Dollar, um die eigene Währung zu stützen. Bisher vergeblich.

Neu DelhiUngeachtet erneuter Maßnahmen der indischen Zentralbank ist die Rupie noch stärker abgestürzt. Der Wert der indischen Währung fiel am Mittwoch auf ein neues historisches Tief, ein US-Dollar kostete im Handelsverlauf 64,46 Rupien. Dabei war die Zentralbank nach Analystenangaben der Rupie am Vortag noch zu Hilfe gekommen, indem sie Dollarbestände verkaufte. Erst vergangene Woche hatte Indien massive Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Doch bislang blieb der Erfolg aus, den Kurs der Rupie zu stabilisieren.

Am späten Montagabend hatte die Zentralbank außerdem angekündigt, Staatsanleihen im Wert von umgerechnet 937 Millionen Euro zu kaufen. Damit lockert sie die erst kürzlich beschlossene Liquiditätsverknappung wieder trotz der Talfahrt der Rupie. Damit soll die lahme Konjunktur gestützt werden, erklärten Beobachter.

Wie Anleger in den Devisenmarkt investieren können

Zertifikate

Über Zertifikate können Kleinanleger auf die Entwicklung ganz verschiedener Währungspaare wetten. Besonders beliebt ist das Verhältnis Euro zu Dollar. Je nach Art des Zertifikats steigt das Risiko. Während es bei Zinszertifikaten vergleichsweise begrenzt ist, spielen die Anleger mit verschiedenen Hebelprodukten wie den sogenannten Knock-Outs alles oder nichts. Sollte der Basiswert, also der Devisenkurs, während der Laufzeit die festgelegte Knock-Out-Schwelle durchbrechen, ist die Wette verloren. Geht der Plan auf, winkt wegen der Hebelwirkung des Zertifikats der große Gewinn.

Optionen

Optionen ermöglichen mit geringem Einsatz hohe Gewinne - bei gleichzeitig hohem Risiko. Wer eine Option kauft, geht ein Termingeschäft ein. Der Käufer erwirbt das Recht, eine Währung zu einem festen Kurs und innerhalb einer festgelegten Frist einzutauschen. Der Reiz daran ist, dass er für die Option nur einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlen muss, gewissermaßen als Pfand. Durch den kleinen Einsatz ist eine extreme Hebelwirkung möglich. Optionsgeschäfte sind im Devisenhandel weit verbreitet. Im Internet bieten Broker diese Wetten auch für Privatanleger an. Die Angebote unterscheiden sich deutlich bei Gebühren, dem maximal möglichen Hebel oder der Differenz zwischen An- und Verkaufskursen. Unerfahrene Anleger sollten lieber die Finger davon lassen.

Direkthandel

Den direkten Zugang zur großen, weiten Welt der Währungen bieten Online-Plattformen wie Alpari oder Forex Capital Markets (FXCM). Nach vorsichtigen Schätzungen liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland zwischen 50.000 und 70.000. Der Handel funktioniert in erster Linie über Hebelprodukte, mit denen man schon auf winzige Änderungen bei der vierten oder fünften Nachkommastelle wetten kann. Die Zugangsschwelle für Privatanleger ist niedrig, weil die Transaktionskosten sehr gering sind. Wer 10.000 Dollar kauft, zahlt bei manchen Brokern gerade mal zwei Dollar Gebühr.

Währungskonten

Einige Banken bieten ihren Kunden sogenannte Währungsanlagekonten an. Das Prinzip ist einfach. Der Anleger verschiebt eine Summe X auf sein Währungskonto - ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto, nur in einer anderen Währung. Wechselt er sein Geld etwa in Franken, bleibt es geschützt, falls der Euro gegenüber der Schweizer Währung fallen sollte. Neben der möglichen Aussicht auf Wechselkursgewinne lockt bei manchen Angeboten zusätzlich ein fester Zins.

Devisenfonds

Erst seit 2004 dürfen Fondsgesellschaften Währungsgeschäfte nicht nur zur Kurssicherung, sondern auch als eigenes Anlageprodukt anbieten. Bei den Fonds unterscheidet man aktive und passive. Aktiv heißt, dass ein Manager den Devisenfonds verwaltet. Er investiert in Geldmarktpapiere - das sind kurz laufende Anleihen - unterschiedlicher Währungen oder schließt Devisentermingeschäfte ab. Die passive Variante funktioniert über börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Hier profitiert der Anleger von der Entwicklung eines bestimmten Währungskorbs. ETFs kosten weniger Gebühren, können aber nicht auf überraschende Veränderungen reagieren. Auf dem deutschen Markt stehen rund 60 Devisenfonds zur Auswahl.

Aktien/Anleihen

Um indirekt von Währungseffekten zu profitieren, können Anleger auch Aktien oder Anleihen aus anderen Ländern kaufen. Neben möglichen Kursgewinnen winken Wechselkursgewinne, vorausgesetzt natürlich der Euro verliert zur jeweiligen Fremdwährung weiter an Wert.

Experten der Deutschen Bank rechnen mit einem weiteren Abtauchen der indischen Rupie. Innerhalb eines Monats könnte die Währung auf 70 Rupien zum US-Dollar abrutschen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Immerhin sinke das Leistungsbilanzdefizit nun endlich etwas, deswegen könnte sich die Rupie am Jahresende etwas fangen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Rechner

21.08.2013, 14:47 Uhr

Auch die Inder werden es lernen müssen:

Mit Korruption, Kastenunwesen, closed shops, und Marktabschottung läßt sich keine leistungsfähige Volkswirtschaft betreiben.

Also entweder nix importieren und zurück zur Armut oder modernisieren.

...

Es gibt viele Entwicklungsmodelle in der dritten Welt, von denen man das kopieren kann was erfolgreich ist.In Singapur kann man sehen, daß sich auch eine gegenüber der ausländischen Wirtschaft offenes System betreiben läßt ohne über den Tisch gezogen zu werden.

...

Daß die Schwellenländern an der Schwelle stolpern sollte niemanden zu der Ansicht verleiten, daß sie diese nicht eins Tages überschreiten werden.

Der eine früher, der andere später.

Ihre halbdemokratischen Regime und halben Freiheiten genügen den Erfordernissen nicht mehr.

Dreiviertel-demokratische Regierungsformen und Dreiviertel Freiheiten wie in der westlichen Welt sind derzeit der Maßstab.

Aber überholen ist besser als einholen.

Mal gespannt, wer es als erster merkt.

Account gelöscht!

21.08.2013, 15:15 Uhr

Ich finde, es bedarf einer europaweiten, konzertierten, staatenübergreifenden, nahezu unpolitischen und parteiübergreifenden Aktion, um unsere gute deutsche Verbands- und Vereinsarbeit um die zwei Themen "Internet" und "Europa" zu ergänzen. Die hat uns doch erst dahin gebracht, wo wir heute sind?

Auf dem Weg können wir auch direkt Indien zeigen, wie man aus der Krise kommt.

Warum zeigen wir alle zusammen denen in Indien nicht mal, wie man unseren deutschen Länder-Finanz-Ausgleich nachbauen kann, und bietet Hilfe beim Aufbau eines Renten-, Sozial und Gesundheits-System nach deutschem Vorbild, mit den diversen demokratisch gewählten Berufskammern und den dazugehörigen volldemokratisch gewählten, föderal aufgebauten Verbänden der "verkammerten Freien Berufe", sowie den dazugehörigen Berufsständischen Organisationen und dem ganzen gesellschaftlichen und politischen Krimskrams, der damit zusammenhängt?

Spätestens dann wird jeder politisch aktive und denkende Mensch einsehen, daß nicht die industriell gewünschte Deregulierung die Lösung aller Probleme darstellt, sondern alle Macht vom Volk ausgeht.

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