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12.01.2005

22:26 Uhr

Hoher Ölpreis belastet

US-Börsen:Anleger kaufen kurz vor Handelsende

Käufe auf ermäßigtem Kursniveau haben der Wall Street am Mittwoch im späten Handel zu deutlichen Gewinnen verholfen. Angeregt wurde die Kauflust der Anleger nach Angaben von Händlern vom höchsten Quartalsgewinn des weltgrößten Chipherstellers Intel in der Geschichte des Unternehmens.

HB NEW YORK. Zuvor hatten uneinheitliche Signale aus dem Konjunktur- und Firmensektor die Börse belastet. Das US-Handelsdefizit schnellte im November überraschend auf ein neues Rekordhoch und trübte damit, wie auch die steigenden Ölpreise, die Stimmung der Investoren. Zudem kündigte der weltgrößte Paketzusteller United Parcel Service an, die Gewinnerwartungen zu verfehlen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,58 Prozent höher mit rund 10 617 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er zwischen einem Hoch von 10.622 und einem Tief von 10 499 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,4 Prozent auf etwa 1187 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 0,62 Prozent auf rund 2 092 Punkte an.

Bill Punk vom Investmenthaus Punk Ziegel & Company sagte, das derzeitige Kursniveau ermutige die Investoren zum Einstieg. Todd Clark von Wells Fargo Securities fügte hinzu: „Der Intel-Bericht am Vorabend war etwas besser als erwartet“. Die Intel-Aktie verteuerte sich um fast 2,8 Prozent auf 23,16 Dollar. Der Intel-Bericht habe die Ängste der Anleger über den Zustand des Technologiesektors verringert, sagte ein Analyst. Intel hatte am Dienstag nach Börsenschluss für das vierte Quartal einen Rekordumsatz ausgewiesen und die Erhöhung des Budgets für Investitionen in neue Produktionsanlagen für Chips angekündigt.

Der überraschende Rekordfehlbetrag im US-Außenhandel habe während des größten Teils der Sitzung die Stimmung am Markt empfindlich abgekühlt, sagten Händler. Statt eines weiteren Anstiegs des Defizits hatten Analysten mit einem Rückgang gerechnet. Einen zusätzlichen Dämpfer habe die Kauflaune der Anleger durch den Rückgang der Rohölvorräte der USA in der vergangenen Woche erhalten. Nach der Veröffentlichung der entsprechenden Daten durch das US-Energieministerium zogen die Ölpreise beiderseits des Atlantiks um mehr als einen halben Dollar an und belasteten zeitweise die Aktienbörsen in Europa und den USA. Nutznießer der Entwicklung waren die Papiere großer Ölgesellschaften. Diese wurden zudem durch die Prognose von Marktstrategen gestützt, die Energiewerte als attraktive Investition sehen. Sie begründeten ihre Annahme mit der zunehmenden Erwartung am Markt, dass der Ölpreis über 40 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) verharren werde. Folglich erfreuten sich die Aktien des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobile und des Konkurrenten ChevronTexaco lebhafter Nachfrage. Der Kurs der Exxon-Papiere zog um knapp 1,5 Prozent auf 50,59 Dollar an, der der Chevron-Titel um mehr als 2,1 Prozent auf 52,49 Dollar.

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