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13.06.2014

10:57 Uhr

Hohes Wachstum

Fitch bestätigt Großbritannien-Rating

die britischen Staatsanleihen tragen auch weiterhin das zweithöchste Rating der Agentur Fitch. Das liegt vor allem an dem hohen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und den positiven Signalen vom Arbeitsmarkt.

Das Firmengebäude von Fitch in New York: Die Ratingagentur belohnt das hohe Wachstum in Großbritannien. dpa

Das Firmengebäude von Fitch in New York: Die Ratingagentur belohnt das hohe Wachstum in Großbritannien.

Das Kreditrating der britischen Staatsanleihen wurde von Fitch Ratings mit AA+ bestätigt. Das ist das zweithöchste Niveau, das das Ratingunternehmen vergibt. Als Gründe nannte die Ratingagentur das robuste Wachstum des Bruttoinlandproduktes und eine Verbesserung des Arbeitsmarktes.

„Günstige makroökonomische Trends wie ein starkes BIP- Wachstum, fallende Arbeitslosigkeit und eine Inflation nahe des Zwei-Prozentziels bestehen seit unserer letzten Überprüfung im Dezember 2013 weiterhin für die britische Wirtschaft‘‘, teilte die Ratingagentur am Freitag mit. Fitch bestätigte auch den Kreditausblick bei stabil.

Ratingagenturen ABC

Wie arbeiten Ratingagenturen?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheemittenten; das können Unternehmen, Banken oder Staaten sein. Das Urteil der Bonitätsprüfer bestimmt letztlich den Kurs der Papiere. In die Bewertung fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

Welche Auswirkungen hat ein schlechtes Rating?

Je schlechter Ratingagenturen die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, desto schwieriger und teurer wird es für diesen, sich frisches Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, im schlimmsten Fall ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern beispielsweise auch institutionelle Investoren.

Was bedeuten Ratings wie „AAA“ oder „BB+“?

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Bei Standard & Poor's und Fitch beginnt die Skala mit der Bestnote „AAA“ (englisch: „Triple A“). Es folgen „AA“, „A“, „BBB“, „BB“, „B“, „CCC“, „CC“, „C“. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab „BB+“ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: „Junk“) genannt wird. Die Skala reicht bis „D“ - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist. Etwas anders verfährt die Ratingagentur Moody's, die bei der Bewertung große und kleine Buchstaben sowie Zahlen kombiniert. „Aaa“ bedeutet „erstklassig“ und ist die höchste Bewertung. Diese Note steht für höchste Qualität, geringstes Ausfallsrisiko, vergleichbar mit Staatsanleihen. Dann folgen „Aa1“, „Aa2“, „Aa3“ für „starke Zahlungsfähigkeit“ sowie in der nächsten Stufe „A1“, „A2“ und „A3“ für „gute Zahlungsfähigkeit“. Danach wird der erste Buchstabe durch ein „B“ ersetzt. Der «spekulative Bereich“ beginnt bei „Ba1“, die niedrigste Kategorie ist „E“.

Was bemängeln Kritiker an Ratingagenturen?

Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise kamen Ratingagenturen in die Schusslinie: In vielen Fällen behielten Unternehmen, die ein hohes Risiko trugen, zu lange ihre Topnoten. Sie wurden erst herabgestuft, als die Krise bereits akut war; Anlegern blieb keine Zeit zu reagieren. Daher ist es wenig ratsam, allein auf das Urteil von Moody's & Co zu vertrauen.

Welche Alternativen gibt es zu Ratingagenturen?

Manche Profis verlassen sich inzwischen stärker auf das Urteil eigener Analysten. Deren Meinung findet umso mehr Beachtung, wenn sie eine abweichendes Urteil zu den Ratingagenturen fällen. Privatanleger können überlegen, wenig transparente Marktsegmente über Fonds abzudecken, statt direkt in Anleihen zu investieren. So profitieren sie quasi indirekt vom Know-How weiterer Experten.

Die Wirtschaftserholung in Großbritannien erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der britische Zentralbankgoverneur Mark Carney die Zinsen schon in diesem Jahr erhöhen könnte. Eine Zinserhöhung „könnte schneller als Märkte zurzeit erwarten stattfinden“, hatte Carney am Donnerstag gesagt.

Diese Aussichten haben zu einer Rally des Pfunds geführt, das im vergangenen Monat zu den Hauptwährungen mit einer der besten Entwicklungen gehörte. Zugleich verzeichnete die Staatsanleihen des Landes im Juni eine schwache Entwicklung.

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