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12.09.2014

11:11 Uhr

Holding-Urteil

„Fürs Nichtstun belohnt“

Fast jeder Hedgefonds-Manager ist überbezahlt. Das erklärt eine Fondsgesellschaft, die selbst in diese Finanzprodukte investiert. Negative Marktentwicklungen spiegelten sich nicht in den Gehälter nicht wider.

Hohe Gehälter, schöne Strände: Viele Hedgefonds residieren auf den Cayman Islands. dapd

Hohe Gehälter, schöne Strände: Viele Hedgefonds residieren auf den Cayman Islands.

New YorkWeil ihre Managementgebühren sinkende Zinsen und Fondserträge nicht widerspiegelten, seien neun von zehn Hedgefonds-Managern überbezahlt, urteilt die Fondsgesellschaft Unigestion, die selbst zwei Milliarden Dollar in Hedgefonds investiert hat.

Die Gebühren, die immer noch bis zu zwei Prozent der verwalteten Vermögen eines Fonds ausmachen können, stellten einem unverhältnismäßig hohen Anteil der Gesamtvergütung dar, die nicht an den Fondserfolg gekoppelt ist, sagte Nicolas Rousselet, Leiter Hedgefonds bei Unigestion. Um die Bezahlung der Manager stärker an die Performance zu koppeln, solle die Fondsbranche entweder die Managementgebühr abschaffen, oder sie mit einer Mindestrendite kombinieren, die ein Manager erreichen muss, bevor er Erfolgsbeteiligungen erhält.

„Die Philosophie der Hedgefondsbranche sollte es sein, echtes Talent zu belohnen“, sagte Rousselet in einem Telefoninterview am Dienstag. „Fondsmanager sollten belohnt werden, wenn sie erfolgreich sind. Sie sollten nicht fürs Nichtstun belohnt werden.“

Traditionell verlangt die Branche 20 Prozent Ertragsbeteiligung und zwei Prozent auf das Gesamtvermögen. Doch im Bemühen um neue Mandate haben die Gesellschaften ihre Gebühren in letzter Zeit gesenkt. Einer Studie der Deutschen Bank vom Februar zufolge haben Investoren letztes Jahr im Durchschnitt 1,69 Prozent gezahlt; der Anteil derer, die 1,5 Prozent oder mehr zahlten, lag demnach bei 79 Prozent - nahezu unverändert gegenüber 2012.

Unter den Hedgefonds, die in der letzten Zeit ihre Gebühren gesenkt haben, ist BlueCrest Capital Management. Die Gesellschaft teilte im September mit, dass sie die Managementgebühr ihres computergestützten Hedgefonds von zwei Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt habe, nachdem die Vermögen im letzten Jahr zurückgegangen waren.

„In einem Umfeld mit niedrigen Zinsen und geringem Wachstum ist es viel schwieriger, hohe Managementgebühren zu rechtfertigen“, sagte Keith Pogson, Senior Partner bei Ernst & Young Global Ltd. in Hongkong. „Hedgefondsmanager sollten sich stärker bemühen, die Gebühren, die sie kassieren, auch zu rechtfertigen.“

Gebührenverhandlungen „werden weltweit immer mehr zur anerkannten Praxis bei Investoren und Managern“, so die Deutsche-Bank-Studie. 75 Prozent der Befragten erklärten, dass sie über Gebühren verhandeln; zwei Jahre zuvor waren es nur 51 Prozent gewesen.

„Wir verhandeln mit Hedgefonds-Managern“, sagte Rousselet, fügte jedoch hinzu, dass er keinen Trend zu sinkenden Gebühren erkennen könne. „Wenn man einen Spitzen-Manager anheuern will, dann hat man die Verhandlungsmacht nicht auf seiner Seite“, fügte er hinzu.

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