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21.02.2012

15:32 Uhr

Horrorszenario

Schwarzseher fürchten Kursabsturz

VonIngo Narat

Der Dax hat sich fast auf 7.000 Punkte vorgearbeitet. Doch die Pessimisten lassen sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Sie warnen jetzt vor einer "tödlichen Abwärtsspirale" und raten zum Verkauf von Aktien.

Ein Anleger schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Kommt der Crash? dpa

Ein Anleger schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Kommt der Crash?

FrankfurtChaos an den Finanzmärkten, die Preise für Aktien und Rohstoffe kollabieren - nur erstklassige Staatsanleihen stehen gut da. Kaum einer glaubt an ein solches Szenario - mit Ausnahme einer kleinen Minderheit. Das Handelsblatt hat drei von ihnen befragt: den US-Ökonomen Gary Shilling, den Managementberater Fredmund Malik und den Börsenpsychologen Heribert Müller. Sie erwarten Aktienkursabstürze von mindestens einem Drittel, teilweise auch deutlich mehr.

Die befragten Pessimisten empfehlen Aktien zum Verkauf und legen erstklassige Staatsanleihen dagegen ans Herz. Sie begründen ihr Schreckensszenario mit dem nötigen Schuldenabbau, der die Wirtschaft und damit auch Aktien belasten werde. Alle drei können eines für sich in Anspruch nehmen: Sie halten schon seit mehreren Jahren an ihren Ausblicken fest. Damit haben sie im Gegensatz zur Mehrheit der Börsenprofis in den Banken den Absturz der Finanzkrise richtig erfasst.

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Anders die Mehrheit der Analysten: Sie wollen davon nichts wissen und haben sich für das Jahr 2012 auf das Gegenteil eingerichtet: steigende Aktienkurse und fallende Anleihekurse. Bislang lagen sie richtig, nicht die Pessimisten. Seit dem Jahresstart legte der Deutsche Aktienindex einen Rekordspurt hin und nähert sich der Marke von 7000 Punkten, die er letztmals im Juli 2011 markierte.

Aber in den Zeiten der Finanzkrise ist vielleicht alles anders. Vielleicht. Deleveraging und Deflation sind die Schlüsselwörter. Die Fachbegriffe bedeuten Schuldenabbau und sinkende Preisniveaus, das heißt Geldwertgewinn. Der Kerngedanke: Schuldenabbau und Sparprogramme drücken die Ausgaben und das Wirtschaftswachstum. Dadurch sinken die Steuereinnahmen, was die Schuldenquoten der Staaten weiter erhöht. Es wird noch mehr gespart, Investitionen sinken, die Arbeitslosigkeit steigt. So kommt es zu einer Talfahrt der Wirtschaft ohne Inflationsgefahr.

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Malik spricht von einer "tödlichen Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht und mit herkömmlichen Mitteln nicht zu stoppen ist". Er erwartet die "größte deflationäre Depression der Geschichte" und sieht Bankenpleiten und Staatsbankrotte vorher. "Den Tiefpunkt erwarte ich 2015 oder 2016, dann wird die Wirtschaftsleistung 30 bis 50 Prozent niedriger sein als heute", sieht er schwarz.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

21.02.2012, 15:41 Uhr

Das ganze " Krisengelaber " hängt den großen Investoren doch zum Halse raus - will und kann niemand mehr hören. Es ist genug billiges Geld da, auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten im DAX.

Wer immer noch im Krisenmodus ist, wird zu den großen Verlierern im Aktienjahr 2012 gehören bzw. gehört ja auch schon dazu !

Stoffel

21.02.2012, 16:31 Uhr

Kurz und knapp zusammengefasst:

"Wer immer vor dem Crash warnt, mag irgendwann Recht haben."

Höchstwahrscheinlich haben die werten Herren den günstigen Einstieg verpasst, und möchten auf diese Weise noch nette Einstiegskurse erzwingen!

Ein gut gesetzter Stop-Loss wird mich vor dem schlimmsten bewahren.

son

21.02.2012, 17:41 Uhr

Ein ähnlicher Artikel stand auf dieser hochgepriesenen Seite vor ca. 6 Wochen als der DAX bei 6400 stand und ein dramatischer Kurssturz von hochrangigen Analysten aus dem Frankfurter Banken und Fondsviertel vorhergesagt wurde.

und was ist das Ende vom Lied? Richtig der DAX ist dramatisch noch oben gestiegen. Soviel zum Thema.

Bei der aktuellen Finanzpolitik der EZB Thema Nullzins-Geld-leihen wird es wohl keinen großen Kursverfall in kürze geben. Meine Meinung

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