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10.04.2014

13:41 Uhr

Hunger auf „CoCos“

Deutsche Bank gibt Wandelanleihen aus

Banken kommen mit Zwangswandelanleihen schnell an frisches Kapital, sie gelten als Rückversicherung im Katastrophenfall. Experten rechnen damit, dass die Deutsche-Bank noch vor dem Sommer sogenannte „CoCos“ ausgibt.

Sieben Prozent Zinsen pro Jahr bietet die Deutschen Bank für eine Anleihe. Wo ist da der Haken? AFP

Sieben Prozent Zinsen pro Jahr bietet die Deutschen Bank für eine Anleihe. Wo ist da der Haken?

FrankfurtSieben Prozent Zinsen pro Jahr für eine Anleihe der Deutschen Bank - das klingt angesichts der Dauerniedrigzinsen wie ein echtes Schnäppchen für Anleger. Doch die Sache hat einen Haken: In der nächsten Finanzkrise oder bei einem neuen Handelsskandal kann das Geld auf einen Schlag weg sein. Die Rede ist von „CoCos“ - ausgeschrieben: Contingent Convertible Bonds, auf Deutsch: Zwangswandelanleihen.

Braucht eine Bank schnell frisches Eigenkapital, werden die CoCos kurzerhand in Aktien umgewandelt. Der Gläubiger wird zum Aktionär, mit allen Risiken. Oder die CoCo-Bonds werden einfach wertlos und tragen auf diese Weise die Verluste der Bank mit. So wollen es die Politiker in der EU, damit in der nächsten Krise nicht schon wieder der Steuerzahler einspringen muss.

Die neuen Bonds sind für die europäischen Geldhäuser zwar kein Allheilmittel zur Lösung ihrer Kapitalprobleme, aber doch ein wichtiges Sicherheitsnetz: „CoCos sind für Banken und Regulierer eine Art Rückversicherung für Katastrophen-Szenarien“, erklärt Marcus Schulte, der sich bei Credit Suisse in Europa um das Fremdkapital von Banken kümmert. „Etwa wenn ein milliardenschwerer Handelsverlust dazu führt, dass die Kapitalquote quasi über Nacht von neun auf fünf Prozent und weniger abstürzt.“

Institutionelle Anleger - vom Hedgefonds bis zur reichen Unternehmerfamilie - sind für ein entsprechendes Entgelt gerne bereit, einen kleinen Teil dieses Risikos zu tragen. Rentenfonds kaufen die Bonds ebenfalls gerne, allerdings nicht die Variante mit der Wandlung in Aktien, weil sie festverzinsliche Wertpapiere im Portfolio haben und eben keine Dividendenpapiere. Dabei bieten gerade Aktien auf längere Sicht die Chance, einen Teil der erlittenen Verluste wieder wettzumachen.

Etwa sieben Prozent Zinsen müsste die Deutsche Bank ihnen bieten, wenn sie die Option der Aktienwandlung wählt und die Reißleine in der Eigenkapitalquote bei sieben Prozent liegt, hat Fondsmanager Michael Hünseler von Assenagon ausgerechnet. Bei der zweiten Variante, bei der die CoCos im Krisenfall einfach wertlos würden, würde Hünseler einen Kupon von zehn Prozent aufrufen. Schließlich sei das Kapitalpolster der Bank nicht allzu dick, weshalb sie mehr zahlen müsste als etwa die spanische BBVA.

Experten erwarten, dass die Deutsche Bank einen ersten CoCo in diesem Jahr begeben will, möglichst noch vor dem Sommer. Etwa zeitgleich wird eine Zwangswandelanleihe der Aareal Bank erwartet, die ihre Staatshilfen von 300 Millionen Euro damit tilgen will. Bei der Commerzbank, die sich noch nicht zu ihren Plänen geäußert hat, könnten es zwei Milliarden Euro werden.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.04.2014, 14:25 Uhr

Soso 7% p.a. also jetzt ist noch die Frage wie gross das
Volumen ausfallen soll und wie es mit der Laufzeit ausschaut.

Account gelöscht!

10.04.2014, 14:49 Uhr

Könnten, vermuten "Experten" würde im Falle das.... Bla Bla Bla!
Spekulationen sollten als solche gekennzeichnet werden, die Überschrift suggeriert aber harte Fakten. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus!

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