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19.11.2014

16:31 Uhr

Hypo Alpe Adria

Pimco greift bei Krisenbank zu

Die Allianz-Tochter Pimco hat sich von den Turbulenzen um die Hypo Alpe Adria nicht beirren lassen und kräftig bei den Anleihen der Bank zugegriffen. Unklar ist jedoch, ob Pimco die Anleihen noch hält.

Die Hypo Alpe-Adria Bank sorgte für Empörung und eine Klageflut – Pimco ließ sich davon nicht beirren. dpa

Die Hypo Alpe-Adria Bank sorgte für Empörung und eine Klageflut – Pimco ließ sich davon nicht beirren.

Pacific Investment Management Co. (Pimco) hat sich von dem Gerede über einen Schuldenschnitt nicht beirren lassen und ist zum größten Käufer des Jahres von Anleihen der Hypo Alpe-Adria-Bank geworden, der gescheiterten Bank aus Österreich.

Die Tochter der deutschen Allianz schnappte sich im laufenden Jahr von der Bank emittierte Anleihen im Volumen von etwa 226 Millionen Euro, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten. Die Käufe wurden demnach von dem 9,3 Milliarden Dollar schweren Pimco-Fonds Diversified Income Fund mit Sitz in Irland angeführt.

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Pimco nun mit insgesamt 251 Millionen Euro in Hypo-Bonds investiert ist. Den Großteil erwarb die Fondsgesellschaft, bevor die verstaatlichte Bank jüngst in eine Abbaueinheit verwandelt und in Heta Asset Resolution AG umbenannt wurde.

Pimco nimmt damit unter den Anleiheinvestoren, die ihre Positionen öffentlich bekanntgeben, den zweiten Rang ein. Auf dem ersten Platz befindet sich die Deutsche Bank.

Aus den Daten, die auf den jüngsten Veröffentlichungen von Pimco und anderen Fonds beruhen, ist nicht ersichtlich, wann die Bonds genau gekauft wurden und ob sie noch immer gehalten werden. Pimcos Pressestelle in Deutschland reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme von Bloomberg News.

Die Anleihen waren früher in diesem Jahr eingebrochen, als der damalige österreichische Finanzminister Michael Spindelegger eine Insolvenz der Hypo Alpe in Betracht zog. Sie erholten sich zwar wieder, als der Schritt verworfen wurde, gerieten aber mit dem Vorschlag eines neuen Bankinsolvenzgesetzes der Regierung erneut unter Druck. Doch auch das kam nie zustande.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Österreich löschte über ein Gesetz vom Juli, das die Garantien des Bundeslands Kärnten bei den Anleihen außer Kraft setzte, ungefähr 800 Millionen Euro an nachrangigen Schuldverschreibungen - davon waren etwa 200 Millionen Euro im Besitz der DWS-Sparte der Deutschen Bank. DWS und andere Investoren haben gegen das Gesetz Klage in Österreich eingereicht.

Kommentare (2)

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19.11.2014, 17:12 Uhr

Wo derart hin und her geschoben wird, läßt sich schön Geld machen - auf Kosten der Steuerzahler natürlich.

Die Staatsgarantien vom Land Kärnten lassen sich nicht im Nachherein per Gesetz oder sonstwie aufkündigen.

Zwar glauben Politiker, sie wären übermächtig.
Noch aber steht dagegen das Recht. Gilt dies nicht mehr, handelt es sich nur um eine Bananenrepublik übelsten Standards.

Kursrückschläge sind also gute Gelegenheiten, in solch (ansonsten) Wahnsinn zu investieren.
Gute Nerven und ein entwickeltes Hochrisikobewußtsein sind unabdingbar.

Herr Peter Spiegel

19.11.2014, 18:42 Uhr

Klage gegen die Bakschischrepublik läuft.

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