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21.01.2005

18:25 Uhr

Hypo-Vereinsbank sorgte für Paukenschlag

Dax schließt knapp behauptet

Am deutschen Aktienmarkt hat am Freitag vor allem die milliardenschwere Wertberichtigung bei der HypoVereinsbank im Zentrum gestanden und den Dax zeitweise ins Minus gezogen.

HB FRANKFURT. Bis zum Abend erholte sich der Leitindex aber wieder leicht und schloss unterstützt von Kursgewinnen der US-Börsen nur um 0,16 Prozent schwächer bei 4213,70 Punkten. Das Tagestief hatte gegen Mittag bei 4198,34 Punkten gelegen. Der TecDax büßte 0,60 Prozent auf 524,73 Zähler ein. Der MDax legte hingegen um 0,33 Prozent auf 5529,54 Punkte zu. Der Eurostoxx 50 schloss mit plus 0,11 Prozent auf 2940,87 Punkten. In London und Paris beendeten die Börsen den Handel ebenfalls leicht im Plus.

„Der Dax bewegt sich derzeit seitwärts“, weshalb die Umsätze weiterhin gering seien, sagte Händler Raed Mustafa von der BW Bank. „Im Mittelpunkt des Marktgeschehens hat heute eindeutig die HVB mit ihrer Sonderwertberichtigung gestanden“, sagte er. Die Aktie wurde am Mittag für eine Stunde vom Handel ausgesetzt.

Die Bayerische HypoVereinsbank (HVB) geriet nach Bekanntgabe einer 2,5 Milliarden Euro schweren Abschreibung auf ihre Immobilienkredite in den Fokus der Anleger. Marktexperten reagierten einerseits überrascht wegen der Höhe der Abschreibungen. Andererseits aber hieß es, dass die klaren Aussagen helfen würden und angenommen werde, dass das nun die letzte Bereinigung gewesen sei. Zudem sahen einige Anleger darin erste Vorbereitungen für eine möglicherweise bald bevorstehende Fusion der Bank. Dies aber wurde von Analysten skeptisch gesehen. Die HVB-Aktie, die zeitweise bis auf 17,23 Euro gefallen und dann über 18 Euro gestiegen war, ging schließlich unverändert bei 17,77 Euro aus dem Handel.

Freenet dementiert Gerüchte nach Handelsschluss

Wegen ihrer 18,3-prozentigen Beteiligung an der HVB ist auch die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft von den hohen Abschreibungen der HVB betroffen. Der Konzern senkte daher seine Gewinnprognosen, was die Aktie um 1,12 Prozent auf 88,00 Euro ins Minus zog. Zu den gefragtesten Werten im Dax zählten die Titel von Thyssen-Krupp, die um 1,81 Prozent auf 16,92 Euro zulegten. Der Industriekonzern hatte nach einer Gewinnverdoppelung im ersten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Salzgitter gewannen im MDax zeitweise bis auf 17,07 Euro und erreichten damit ein Rekordhoch. Mit plus 6,39 Prozent auf 16,15 Euro gingen sie aus dem Handel. Der Stahl- und Röhrenhersteller will seine 45-prozentige Beteiligung an V&M Tubes (V&M) an den französischen Joint-Venture-Partner Vallourec verkaufen und erntete daraufhin positive Analystenkommentare.

Freenet.de litten im TecDax unter einem Bericht aus dem „Platow Brief“, dem zufolge der Internetanbieter im Jahr 2005 einen starken Rückgang beim operativen Gewinn hinnehmen muss. Als Quelle würden mit der Angelegenheit vertraute Kreise genannt. Die Aktie büßte 4,75 Prozent auf 16,25 Euro ein. Nach Handelsschluss hat Freenet.de die Gerüchte dementiert.

Der Rentenmarkt tendierte zur Kasse unverändert. Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere verharrte auf 3,30 Prozent. Der REX-Rentenindex blieb ebenfalls unverändert bei 120,93 Punkten. Der Bund Future notierte mit minus 0,03 Prozent auf 119,68 Punkte nahezu unverändert. Der Euro- Referenzkurs stieg leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2963 (Donnerstag: 1,2936) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7714 (0,7730) Euro.

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