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25.10.2013

14:12 Uhr

Ifo

Spanische und italienische Renditen ziehen an

Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft ist getrübt – und das reißt die Renditen spanischer und italienischer Bonds nach oben. Am Anleihemarkt herrscht Verunsicherung.

Für Italien wird es wieder teurer, Geld am Anleihemarkt zu beschaffen. dpa

Für Italien wird es wieder teurer, Geld am Anleihemarkt zu beschaffen.

FrankfurtDer enttäuschende Ifo-Index hat am Freitag am Anleihemarkt für Verunsicherung gesorgt. Die Renditen spanischer und italienischer Bonds stiegen leicht an und entfernten sich damit weiter von ihrem in der Woche erreichten Fünf-Monats-Tief. „Wenn die deutsche Wirtschaft schwächelt ist das keine gute Nachricht für den Rest der Euro-Zone“, sagte Chefökonom Alan McQuaid von Merrion Stockbrokers. Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend eingetrübt - der Geschäftsklimaindex fiel auf 107,4 Punkte von 107,7 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 108,0 Zähler gerechnet.

Die Rendite der zehnjährigen spanischen Anleihen kletterte daraufhin um vier Basispunkte auf 4,18 Prozent, die italienische Bond-Rendite zog um sechs Basispunkte auf 4,20 Prozent an. Der Bund-Future stieg um 13 Ticks auf 141 Zähler.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Von

rtr

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