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27.01.2014

07:43 Uhr

Im Jahr 2013

Japans Handelsdefizit auf Rekordhöhe

Die Katastrophe von Fukushima hat noch immer drastische Auswirkungen auf die japanische Handelsbilanz. Durch hohe Einfuhren von Öl und Gas muss das Land nun ein neues Rekorddefizit verkraften.

Nach Fukushima sind die japanischen Atomkraftwerke noch immer ausgeschaltet. Das führt nun zu einem massiven Handelsdefizit. dpa

Nach Fukushima sind die japanischen Atomkraftwerke noch immer ausgeschaltet. Das führt nun zu einem massiven Handelsdefizit.

TokioJapan hat im vergangenen Jahr ein Handelsbilanzdefizit in Rekordhöhe verzeichnet. Wie die Regierung am Montag bekanntgab, stieg der Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr um 65,3 Prozent auf rund 11,5 Billionen Yen (82 Milliarden Euro). Grund seien der schwache Yen und die drastisch erhöhten Einfuhren von Öl und Gas als Ersatz für die Atomkraftwerke, die in Folge der Katastrophe in Fukushima zu Inspektionen noch immer abgeschaltet sind. Zwar hat die Yen-Schwäche die Exporterlöse um 9,5 Prozent auf 69,8 Billionen Yen anziehen lassen. Noch stärker stiegen aber die Importkosten für Japan: um 15 Prozent auf den Rekordwert von 81,3 Billionen Yen.

So lassen sich Anleger schützen

Der Anwalt

Rechtsanwalt Achim Tiffe hat sich auf den Verbraucherschutz spezialisiert. Er berät Anleger, wenn sie Probleme mit Banken und anderen Finanzdienstleistern haben. Handelsblatt Online schlägt er vor, wie Anleger vor riskanten Anlagen wie beim Krisenunternehmen Prokon wirksam schützen ließen.

1. Lückenloser Schutz

Der Schutz der Verbraucher bei Geldanlagen aller Art sollte gewährleistet sein. Das heißt, dass Finanzdienstleister Privatpersonen keine Genussrechte oder Unternehmensanleihen verkaufen sollen, ohne sie ausreichend über die Risiken dieser Produkte aufzuklären. Vermittlung statt Beratung bei lückenhaften Verbraucherschutz sollte nicht mehr möglich sein.

2. Beratung ist Pflicht

Die Beratung gegenüber Verbrauchern bei riskanten Anlagen wie unternehmerischen Beteiligungen sollte Pflicht sein ohne die Möglichkeit, sie zu umgehen.

3. Beweislastumkehr

Es muss eine Beweislastumkehr für Berater gelten, zum Beispiel dann, wenn mehr als 10 Prozent des vorhandenen liquiden Vermögens in geschlossene Beteiligungen investiert werden. Bislang müssen die Kunden eine mögliche Falschberatung nachweisen.

4. Warnende Hürde

Früher mussten Anleger, die sich in Termingeschäften engagieren wollten eine spezielle Erklärung unterschreiben, die Börsentermingeschäftsfähigkeit. Dabei wurden sie über die Risiken solcher Geschäfte aufgeklärt. Auch heute würde die Einführung einer solchen warnenden Hürde vielen Verbrauchern helfen, die in riskante Geldanlagen einsteigen wollen.

5. Versicherungshaftpflicht für Berater

Nicht alle Vertriebler sind gegen Falschberatung versichert. Eine Pflicht zur ausreichenden Vermögenshaftpflichtversicherung für alle Vermittler und Berater wäre im Interesse der Anleger. Idealerweise würden Finanzprodukte nur über solche Unternehmen vertrieben werden.

6. Bessere Kontrolle

Wichtig wäre auch eine effektive Kontrolle aller Vermittler und Berater durch eine zentrale Aufsichtsbehörde mit entsprechender Ausstattung.

7. Staatshaftung

Um die Verbraucher zu schützen, benötigt es effiziente Behörden. Sie müssten bei Missständen konsequent und schnell einschreiten. Tun sie das nicht, müsste der Staat haften, fordert Tiffe.

8. Finanzmarktwächter

Es müsste einen Finanzmarktwächter geben, der zeitnah Verbraucherprobleme erfasst, aufarbeitet und an Politik und Behörden und Öffentlichkeit weitergeben kann. Laut Koalitionsvertrag könnten Verbraucherschützer damit beauftragt werden.

9. Haftungsbegrenzung

Verbraucher brauchen klare Regeln zum Ausweis von Risiken, die sie auch verstehen. Außerdem sollte es eine gesetzliche Begrenzung der Haftung der Verbraucher auf gezahlte Einlage geben.


Von

dpa

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