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21.10.2014

18:36 Uhr

Immobilienfirma will an die Börse

TLG-Bücher immer noch nicht gefüllt

Nach dem Rocket-Internet-Flop hatten einige Unternehmen noch einen Rückzug vom geplanten Börsengang gemacht – nicht so TLG Immobilien. Doch nun haben die Berliner laut Insidern Probleme, ihre Orderbücher zu füllen.

Das Immobilienunternehmen TLG (Treuhand Liegenschaftsgesellschaft) will seinen Börsengang unbeirrt durchziehen. Doch knapp vor Ultimo sind die Orderbücher immer noch nicht voll. dpa

Das Immobilienunternehmen TLG (Treuhand Liegenschaftsgesellschaft) will seinen Börsengang unbeirrt durchziehen. Doch knapp vor Ultimo sind die Orderbücher immer noch nicht voll.

FrankfurtDie Berliner Gewerbeimmobilienfirma TLG Immobilien muss laut Finanzkreisen noch um den Erfolg ihres Börsengangs bangen. Zwei Tage vor dem Ende der Zeichnungsfrist seien die Orderbücher noch nicht gefüllt, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Banker und der TLG-Vorstand hoffen aber weiterhin darauf, dass sich in letzter Minute genügend Investoren dazu durchringen, TLG-Aktien zu zeichnen.

Der Vorstand präsentiert das Unternehmen am Dienstag und Mittwoch in den USA. „Man wird die gesamte Roadshow brauchen, um ausreichend Orders zu bekommen“, sagte ein Insider. Um einen Börsengang zum Erfolg zu machen, müssen in der Regel doppelt so viele Aufträge vorliegen wie Aktien angeboten werden.

Der Abwärtstrend an den Aktienmärkten hat den Börsengang der TLG überschattet. Das ehemalige Staatsunternehmen, das dem Investor Lone Star gehört, hatte aber anders als der Kabelanbieter Tele Columbus und die Internet-Anzeigenbörse Scout24 die Pläne nicht gedrosselt.

„Investoren brauchen zwei bis drei Tage Stabilität an den Börsen, ehe sie die Aktien fest zeichnen“, sagte ein Insider. Viele Fonds zeichnen erst, wenn das Orderbuch nach Angaben der begleitenden Banken wenigstens einmal gefüllt ist, um nicht mehr Aktien zugeteilt zu bekommen als gewünscht. Beim Börsengang der Online-Holding Rocket Internet hatte es bis zu dieser Botschaft nur gut eine Stunde gedauert.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

Zalando

ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

Zeichnungsfrist: bis 29. September 2014
Erstnotiz: 1. Oktober 2014
Eigentümer: Kinnevik (35,6 Prozent), Global Founders/Brüder Samwer (16,7 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10,5 Prozent), Juri Milner (8,1 Prozent), Holtzbrinck Ventures (7,6 Prozent), Tengelmann (5,6 Prozent) und weitere.
Bewertung: bis zu 5,6 Milliarden Euro
Volumen: 441 bis 633 Millionen Euro
Banken: Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.

Rocket Internet

ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)
Zeichnungsfrist: 24. September bis 7. Oktober 2014
Erstnotiz: 9. Oktober 2014
Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)
Bewertung: bis zu 6,7 Milliarden Euro
Volumen: 1,34 bis 1,61 Milliarden Euro
Banken: JPMorgan, Morgan Stanley und Berenberg.

Tele Columbus

TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: mehrere Hedgefonds

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

TLG Immobilien

TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: Lone Star

Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

Volumen: rund 500 Millionen Euro

Banken: UBS, JPMorgan

Steinhoff

STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

Zeitpunkt: nach dem 9. September

Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

Hella

HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

Eigentümer: Familie

Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: Citi, Bankhaus Lampe

Armacell

ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

Goodgame Studios

Online-Spielehersteller

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015 möglich
Eigentümer: Gründer (Brüder Wawrzinek)
Banken: Bank of America Merill Lynch, Berenberg und Deutsche Bank

Scout24

SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

Siemens Audiologische Technik

SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Siemens AG

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

Banken: Auswahl in Kürze erwartet

Axel Springer Digital Classifieds

AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

Bewertung: rund drei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Douglas

DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

Zeitpunkt: Frühjahr 2015

Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Hapag-Lloyd

HAPAG-LLOYD (Reederei)

Zeitpunkt: Herbst 2015

Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Bayer Material Science

Bayer Material Science: Kunststoffe
Zeitpunkt: Herbst 2015/Frühjahr 2016
Eigentümer: Bayer AG
Bewertung: bis zu 10 Milliarden Euro
Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Bayer-Aktionäre

Die Zeichnungsfrist für TLG endet am Donnerstagnachmittag, am Freitag soll die Aktie dann erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. TLG will mit dem Börsengang rund 450 Millionen Euro einsammeln, gut 100 Millionen davon fließen in die Firmenkasse. Den Löwenanteil kassiert Lone Star, die ihren Anteil auf bis zu 40 Prozent abschmelzen lassen will.

Die Aktien werden in einer Spanne von 10,75 bis 13,75 Euro angeboten. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate wurden TLG am Dienstag bei 11,30 Euro gehandelt. Die Graumarkt-Händler Schnigge und Lang & Schwarz stellten Kurse zwischen elf und zwölf Euro.

Von

rtr

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