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07.08.2011

09:13 Uhr

Immobilienkauf

Wie der Staat beim Hausbau hilft

VonJessica Schwarzer

Milliarden Euro verteilen Bund, Länder und Gemeinden jedes Jahr an Hausbesitzer und solche, die es werden wollen. Doch es ist nicht leicht, den richtigen Fördertopf zu finden.

Jeder dritte Deutsche träumt von den eigenen vier Wänden. Neben konkurrenzlos günstigen Darlehen hilft der Staat auch oft in Form von Zuschüssen. Quelle: gms

Jeder dritte Deutsche träumt von den eigenen vier Wänden. Neben konkurrenzlos günstigen Darlehen hilft der Staat auch oft in Form von Zuschüssen.

DüsseldorfDer Immobilienkauf gehört zu den größten Anschaffungen im Leben. Jeder dritte Deutsche träumt von den eigenen vier Wänden oder plant bereits den Kauf, wie eine Forsa-Umfrage für den Allianz-Konzern zeigt. Die größte Hürde ist die Finanzierung, denn nur die wenigsten haben das nötige Eigenkapital, um den vollen Kaufpreis sofort zu bezahlen oder den Bau komplett zu finanzieren. Die meisten Häuslebauer setzen auf die klassische Baufinanzierung mit Zins und Tilgung. Jeder Fünfte, auch das hat die Umfrage ergeben, will die Anschaffung aber sogar ohne Eigenkapital, also mit einer hundertprozentigen Finanzierung stemmen.

Doch künftige Haus- oder Wohnungsbesitzer müssen den Kaufpreis nicht alleine schultern. Der Staat unterstützt Bürger, die zum ersten Mal eine Immobilie kaufen. Das geschieht vor allem durch Darlehen mit konkurrenzlos günstigen Konditionen, zum Teil aber auch in Form von Zuschüssen, die die Immobilienkäufer nicht zurückzahlen müssen.

Einfach allerdings ist es nicht, an das Geld vom Staat zu kommen. „Es gibt unzählige Fördermöglichkeiten für Immobilienbesitzer und solche, die es werden wollen“, sagt Torsten Weidemann vom Eigentümerverband Haus & Grund. „Das beginnt bei den milliardenschweren Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, geht über kommunale Maßnahmen und endet bei Zuschüssen von lokalen Unternehmen, etwa Energieversorgern.“

Fallstricke: Details genau überprüfen

Auswahl

Einen guten Überblick über die Vielzahl an Programmen bietet die Internetseite www.baufoerderer.de. Dort haben die Verbraucherzentralen und die KfW-Bankengruppe alle aktuellen Programme zusammengefasst. Informationen gibt es nicht nur zu den bundesweiten Angeboten, sondern auch zu den Fördermöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern.

Zeitpunkt

Wer sich zu spät um die Fördermöglichkeiten kümmert, kann unter Umständen den Anspruch auf Förderung verlieren. Bei der bundeseigenen Förderbank KfW müssen die Anträge beispielsweise immer vor Beginn der entsprechenden Maßnahme gestellt werden. Wer bereits baut oder saniert beziehungsweise den Kaufvertrag unterschrieben hat, wird nicht gefördert.

Begrenzte Fördertöpfe

Die Mittel sind begrenzt. Ist der Fördertopf leer, gibt es für keinen mehr Geld.

Kein Rechtsanspruch

Auch wer sämtliche Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt, kann leer ausgehen. Ein Rechtsanspruch auf die staatlichen Finanzierungshilfen besteht nicht.

Kombinationen

Nicht alle Förderprogramme lassen sich miteinander kombinieren, einige schließen sich gegenseitig aus. Wer sich beispielsweise für die Zuschussvariante eines KfW-Programms entscheidet, kann nicht zusätzlich noch die Kreditvariante wählen.

Steueraspekt

Wird eine Baumaßnahme im Rahmen der KfW-Programme „Energieeffizient sanieren“ und „Altersgerecht umbauen“ gefördert, können Bauherren Handwerkerrechnungen nicht steuerlich geltend machen. Es lohnt sich nachzurechnen, ob die zu erwartende Steuererstattung höher ausfällt als die Förderung. Bei „Wohnraum modernisieren“ bleibt der Steuervorteil bestehen, denn das Programm wird nicht mit Bundesmitteln aufgelegt, sondern von der KfW selbst.

Den Durchblick zu behalten, ist nicht leicht. Jedes Bundesland hat seine eigenen Förderrichtlinien. Deshalb richten sich Art und Umfang der infrage kommenden öffentlichen Förderungen zunächst danach, wo gebaut oder ein Objekt gekauft wird. Einen ersten Überblick bietet der Förderrechner der Verbraucherzentralen und der staatseigenen KfW-Bankengruppe. Unter der Internetadresse www.baufoerderer.de können Interessierte überprüfen, ob überhaupt eine Chance auf eine staatliche Unterstützung besteht und, wenn ja, mit welcher Förderung sie rechnen können. Der Schwerpunkt liegt auf dem Neubau oder Ersterwerb selbst genutzter Wohnungen und Häuser. Denn den öffentlichen Geldgebern geht es in erster Linie darum, Anreize für die Schaffung neuen Wohnraums zu geben. Aber auch Sanierungen – vor allem energetische – werden unterstützt.

Kommentare (3)

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07.08.2011, 16:26 Uhr

Na, wer jetzt ein Haus kauft oder eins bauen läßt, zusätzlich kreditbelastet, muß wohl mindestens ein "Rad ab" haben... - voll daneben, liebe Redaktion!

Account gelöscht!

07.08.2011, 21:04 Uhr

Also zunächst einmal sind viele KFW-Kredite mittlerweile teurer als Manch günstiges Angebot einer Bank. Beim Wohneigentumsprogramm gibt's weder Sondertilgungsrechte, eine Tilgungssatzänderungsoption noch eine 15-jährige Zinsbindung, die bei der aktuellen Niedrigzinsphase sicherlich ratsam ist.

Die Landesförderprogramme sind oftmals eine Zumutung. Eine risige Bürokratie, eine extrem lange Prüfungszeit, und dann kommt es meist noch vor, dass der Kredit zwar genehmigt, aber nicht auszahlbar ist, weil der Fördertopf für's laufende Jahr aufgebraucgt ist. So müssen diese Mittel dann auch noch kostenintensiv und umständlich über die Hausbank zwischenfinanziert werden.

Die ganze Förderpraxis ist m. E. absoluter Schwachsinn. Es könnte doch viel einfacher gehen: Man erlässt den förderungsfähigen Familien einfach die Grunderwerbsteuer!

Aber Politiker können eingach nicht EINFACH, sondern nur BÜROKRATISCH.

Schade.

Ves

11.08.2011, 09:53 Uhr

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