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03.07.2013

13:57 Uhr

Immobilienkonzern

Deutsche Annington sagt Börsengang ab

Der Börsengang der Deutschen Annington ist vorerst geplatzt. Das Immobilienunternehmen hat in letzter Sekunde das IPO zurückgezogen. Der Mieterbund zeigt sich erleichtert.

Firmenzentral der Deutschen Annington in Bochum. Der Konzern begründet den Rückzieher mit „ungünstigen Marktentwicklungen“. dpa

Firmenzentral der Deutschen Annington in Bochum. Der Konzern begründet den Rückzieher mit „ungünstigen Marktentwicklungen“.

BochumDer ursprünglich für Mittwoch geplante Börsengang der Immobiliengesellschaft Deutsche Annington ist vom Tisch. Der Deutsche Mieterbund reagierte auf die Entscheidung mit Erleichterung. Deutschlands größtes Wohnimmobilienunternehmen hatte zuvor am späten Dienstagabend in letzter Minute die Notbremse gezogen. In einer Mitteilung hatte das Bochumer Unternehmen den Schritt mit „anhaltend ungünstigen Marktentwicklungen“ begründet.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sollen sich für den geforderten Preis von 18 bis 21 Euro je Aktie nicht genügend Investoren gefunden haben. Das Unternehmen lehnte am Mittwoch einen Kommentar dazu ab.

Ursprünglich hatte Annington bis zu 57 Millionen Aktien losschlagen wollen. Der Gesamterlös hätte damit bei bis zu 1,2 Milliarden Euro gelegen. „Die Entscheidung hat keine Auswirkungen auf die Strategie der Deutschen Annington“, sagte Vorstandsvorsitzender Rolf Buch laut der Mitteilung. „Wir verfügen über eine starke finanzielle Basis und werden unser operatives Geschäft weiter vorantreiben einschließlich des von uns geplanten Investitionsprogramms.“

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Eine Sprecherin des Deutschen Mieterbunds zeigte sich von der Absage erleichtert. „Wir hatten befürchtet, dass der Börsengang zu Lasten der Mieter geht“, sagte sie. Der Vorsitzende des Deutschen Mieterbunds NRW, Bernhard von Grünberg, bezeichnete die Entscheidung in einer Mitteilung als einen „verantwortungsvollen Schritt in die richtige Richtung“.

„Wir befürchten, dass zu hohe Gewinnerwartungen letztlich zu Lasten der Mieter der Deutschen Annington gehen“, so von Grünberg. In zahlreichen Wohnungen komme es bereits jetzt aufgrund eines jahrelangen Investitionsstaus zu Vernachlässigungen. Hinzu komme, dass gerade Menschen mit geringem Einkommen häufig in Wohnungen der Annington wohnten.

Das Unternehmen selbst verweist auf seiner Homepage auf die Wurzeln der Deutschen Annington im Wohnungsbau für Arbeitnehmer. Annington besitzt nach eigenen Angaben bundesweit rund 180 000 Wohnungen mit Schwerpunkt in den alten Bundesländern und in Berlin. Die Immobiliengesellschaft ist im Besitz von Finanzinvestoren. Gemeinsam mit den Eigentümern werde das Unternehmen das Marktumfeld bezüglich eines möglichen Börsengangs weiter beobachten, hieß es.

Von

dpa

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