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04.12.2013

10:41 Uhr

Impulse erwartet

Rendite von Bundesanleihen steigt

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist am Morgen um drei Basispunkte gestiegen. Auch die Staatsanleihen der USA rentierten höher als am Vortag. Ein Anzeichen, dass die Fed bald ihre Geldpolitik ändert?

Die „Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH“ gibt die Bundeswertpapiere heraus, über die sich der Staat Geld leiht. dpa

Die „Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH“ gibt die Bundeswertpapiere heraus, über die sich der Staat Geld leiht.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist am Mittwochmorgen um drei Basispunkte auf 1,75 Prozent gestiegen. Der Bund-Future gab um 25 Basispunkte auf 141,03 Prozent nach. Für Impulse am Bondmarkt könnten die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor im November sorgen, die am Vormittag veröffentlicht werden. Für Deutschland und die Eurozone werden unveränderte Werte von 54,5 beziehungsweise 50,9 erwartet.

Staatsanleihen der USA rentierten am Morgen mit 2,79 Prozent einen Basispunkt höher als am Vortag. Am Nachmittag stehen die ADP-Beschäftigungsdaten aus den Vereinigten Staaten zur Veröffentlichung an, die laut Bloomberg-Umfrage zeigen dürften, dass sich der Beschäftigungsaufbau in der größten Volkswirtschaft der Welt beschleunigt hat. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bald ihre geldpolitischen Stimuli drosseln wird.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

„Die Zehn-Jahres-Renditen sind überverkauft, und sie sind wirklich attraktiv”, sagte Yusuke Ito von Mizuho Asset Management Co. in Tokio. „Wenn es mit dem Drosselung losgeht, dann wird das wirklich übel für die Aktien. Das wird die US-Anleihen stützen.” Bis Mitte nächsten Jahres könnten die Renditen der zehnjährigen „Treasuries“ auf 2,1 Prozent fallen, so Ito.

Anleihen aus der europäischen Peripherie rentierten etwas höher. Die Rendite zehnjähriger spanischer Bonds stieg geringfügig auf 4,14 Prozent, die entsprechender italienischer Papiere um einen Basispunkt auf 4,10 Prozent.

Deutschland begibt am heutigen Mittwoch fünfjährige Anleihen im Volumen von vier Mrd. Euro, Schweden kommt mit drei- und sechsmonatigen Papieren.

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