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09.09.2014

09:44 Uhr

In London und Schweiz

Siemens zieht sich von Börsen zurück

Erst die Wall Street, jetzt die Londoner und die Schweizer Börse: Der Elektrokonzern Siemens zieht sich vor zwei weiteren Börsen zurück. Der Handel mit Siemens-Aktien soll bald nur in Deutschland abgewickelt werden.

Der Handel mit Siemens-Aktien wird in erster Linie in Deutschland abgewickelt. Reuters

Der Handel mit Siemens-Aktien wird in erster Linie in Deutschland abgewickelt.

FrankfurtSiemens beendet seine Börsennotierungen an der Londoner und der Schweizer Börse. Der Handel mit Siemens-Aktien werde heute in erster Linie in Deutschland und über außerbörsliche elektronische Handelsplattformen abgewickelt, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

Außerdem sei das Handelsvolumen der Siemens-Aktien in London und an der Schweizer Börse vergleichsweise gering. Erst im Mai hatte sich Siemens von der Börse in New York zurückgezogen.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.

2013 habe es an der LSE im Durchschnitt deutlich unter drei Prozent und an der SIX deutlich unter einem Prozent des weltweiten Handelsvolumens gelegen. Das Delisting von der LSE wird voraussichtlich Anfang Oktober 2014 wirksam, während der Rückzug von der SIX frühestens im Januar 2015 wirksam werde.

Siemens-Finanzvorstand Ralf P. Thomas sprach von einem „konsequenten Schritt“, der dem veränderten Verhalten der Investoren Rechnung trage. Das sogenannte Delisting von der Londoner Börse werde voraussichtlich Anfang Oktober 2014 wirksam, das Delisting von der Schweizer Börse frühestens im Januar 2015.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Nicht - Dumm

09.09.2014, 11:08 Uhr

Siemens tut gut daran, fremde Aktienhandelsplätze aufzukündigen. Warum soll sich eine deutsche Firma von z.b. den US-Amerikanern auf der Nase herumtanzen lassen, nur weil seine Aktien auch an der Wall Street gehandelt werden?

Herr Peter Spiegel

09.09.2014, 13:08 Uhr

Siemens ist keine "Deutsche Firma"

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