Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2006

08:08 Uhr

Index schließt über 16 000 Punkten

Währungshüter geben dem Nikkei Auftrieb

Die Beendigung der faktischen Nullzins-Politik in Japan nach fünf Jahren hat am Donnerstag den Tokioter Aktienmarkt beflügelt. Die Bank von Japan (BoJ) beschloss nach einer zweitägigen Sitzung, von ihrer ultra-lockeren Geldpolitik abzulassen.

HB TOKIO. Damit zogen Japans Währungshüter einen Schlussstrich unter wochenlange Spekulationen an der Tokioter Börse, wo Anleger mit einem solchen Schritt gerechnet hatten. Am Devisenmarkt brachte die Entscheidung den Yen unter Druck.

Der Nikkei legte 2,6 Prozent auf 16 036 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix gewann 2,2 Prozent auf 1 641 Punkte.

Die Börsen in Südkorea, Hongkong und Singapur gaben dagegen etwas nach.

Die US-Börsen hatten am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten größtenteils im Plus geschlossen. Der Dow Jones gewann 0,2 Prozent auf 11.005 Punkte. Der S&P-500 zog ebenfalls um rund 0,2 Prozent auf 1278 Punkte an. Der Index der Nasdaq schloss mit 2276 Zählern geringfügig im Minus.

Der Yen purzelte zum Dollar auf das niedrigste Niveau seit zwei Wochen. Zuletzt wurde die US-Währung mit 118,13 Yen gehandelt nach 117,84 Yen am Vorabend in New York. Der Euro stieg auf 140,88 Yen nach 140,49 Yen. Die Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1924 Dollar praktisch unverändert zum Vorabend gehandelt. Zur Schweizer Währung lag der Euro bei 1,5633 Franken, der Dollar notierte mit 1,3108 Franken.

Mit sieben zu einer Stimme entschied der geldpolitische Ausschuss der BoJ, die faktische Nullzins-Politik zu beenden. Dies könnte das erste Signal für eine künftige Zinserhöhung und ein Beleg dafür sein, dass die Notenbank eine sieben Jahre lange Bekämpfung der Deflation erfolgreich hinter sich gebracht hat. Zudem wäre es ein weiteres deutliches Anzeichen dafür, dass eine Ära endet, in der die Geldbeschaffung weltweit wenig kostete. In den USA und der Euro-Zone sind die Leitzinsen in den vergangenen Monaten gestiegen.

„Das lag im Rahmen der Erwartungen“, sagte Volkswirt Satoru Ogasawara von Credit Suisse First Boston zur BoJ-Entscheidung. „Worauf sich der Markt am stärksten konzentriert, ist, wie die BoJ von jetzt an in ihrer Geldpolitik vorgehen wird.“ Die BoJ habe bereits angekündigt, die Zinsen noch eine Weile nahe null Prozent zu halten, wenn sie das Ende ihrer ultra-lockeren Geldpolitik ausrufe. Auf Äußerungen zu kommenden Zinsentscheidungen richte sich nun die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte.

Zu den größten Gewinnern gehörten am Donnerstag in Tokio die Aktien des Elektronikkonzerns TDK, die sich um 3,6 Prozent auf 8440 Yen verteuerten. Das Unternehmen hatte angekündigt, die Verluste bringende Produktion von beschreibbaren CDs und DVDs einzustellen.

Zur Kauflaune trug auch der Rückgang des US-Ölpreises unter 60 Dollar pro Barrel bei. Davon profitierten die Anteilsscheine von Unternehmen, die in die USA exportieren. Dahinter stand die Hoffnung, dass die US-Verbraucher mehr für Konsumgüter ausgeben, wenn die Energiekosten sinken. Die Papiere von Advantest gewannen 4,2 Prozent auf 13.400 Yen. Die Titel von Honda stiegen um 0,7 Prozent auf 6960 Yen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×