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15.02.2017

11:21 Uhr

Indizes auf Rekordkurs

Frühlingserwachen an den Börsen – SDax mit Rekord

VonJürgen Röder, Ulf Sommer

Rekordstände in New York, Langzeithochs in Frankfurt – mit den ersten zarten Knospen steigen die Aktien in neue Höhen. Der Dax hat einiges an Nachholbedarf – was laut Experten für eine echte Frühjahrsrally sorgen könnte.

Börse am Mittag

Zinserhöhung sei Dank? Rekordwerte beim MDax und SDax

Börse am Mittag: Zinserhöhung sei Dank? Rekordwerte beim MDax und SDax

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DüsseldorfIm Zuge der Hausse an den amerikanischen Börsen sind auch die deutschen Indizes auf Rekordjagd gegangen. Der MDax mit 50 mittelgroßen börsennotierten Unternehmen markierte ein frisches Allzeithoch mit Kursen oberhalb von 23.400 Punkten. Der SDax, der Auswahlindex für 50 kleinere Unternehmen, sogenannte Small Caps, notierte erstmals über der Marke von 10.000 Zählern.

Auch der Dax ist wieder auf Rekordjagd und hat zumindest sein bisheriges Jahreshoch von 11.893 Punkten im Visier. Am heutigen Handelstag hält sich der deutsche Leitindex oberhalb von 11.800 Zählern mit einem bisherigen Tageshoch von 11.850 Punkten.

Grund für diese deutlichen Kursgewinne sind die US-Börsen, die auf bis dato nicht erreichte Höhen  schafften. Der Dow Jones Industrial 30 überwand erstmals in seiner Geschichte die Marke von 20.500 Punkten, der marktbreite S&P 500 stieg auf 2337 Zähler und der technologiewertelastige Auswahlindex Nasdaq 100 liegt bei 5271,07 Zählern.

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Ludovic Subran ist Chefvolkswirt des Kreditversicherers Euler Hermes. Er erklärt, warum 2017 Jahr kein gewöhnliches Jahr sein wird, was er von den europäischen Banken hält – und ob die Trump-Rallye bereits zu Ende ist.

„Der amerikanische Aktienmarkt ist derzeit in einer außergewöhnlich stabilen Verfassung, die eine Fortsetzung der bestehenden Aufwärtsbewegung wahrscheinlicher macht als einen schnellen Abbruch“, meint Börsenexperte Anton Riedl. Seiner Ansicht nach könnte im Dow Jones damit nach der ersten Phase der Trump-Hausse (von 18.000 bis 20.000 Punkten) eine ähnliche zweite Phase bis etwa 22.000 Punkten folgen – als klassische Frühjahrsrally bis in den Mai hinein.

Im Vergleich zu den US-Indizes hat der Dax noch einen erheblichen Nachholbedarf. Das deutsche Börsenbarometer müsste eigentlich bei über 14.000 Punkten notieren, wenn es die gleiche Wertentwicklung seit seinem Allzeithoch wie der US-Index Dow Jones gehabt hätte. Sein bisheriges Rekordhoch hat der deutsche Leitindex Anfang April 2015 mit 12.390 Zählern markiert.

Auch für Stephan Heibel, der die Börsenstimmung analysiert, habe der US-Markt ein gutes Momentum, der Anstieg werde jedoch nicht mehr von allen Aktien mitgemacht. Zur Erläuterung: Am Beginn einer Rally steigen alle Aktien. Je reifer der Anstieg wird, desto weniger Aktien ziehen den Index durch überproportionale Kursgewinne nach oben.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

„Betrachtet man die Rally aus diesem Blickwinkel, zeigt sich: Der Aufschwung geht zwar noch nicht in seine Endphase, befindet sich jedoch schon lange nicht mehr in der Anfangsphase“, erläutert der Experte. Heibel, der die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung auswertet, ist optimistisch. „Ich erwarte für die kommenden Monate weiter steigende Kurse“, sagte er noch am vergangenen Montag.

Eine entscheidende Rolle spielt aus Sicht der Charttechnik das bisherige Jahreshoch: Kann der Dax dieses überschreiten, gilt das als Signal für weitere Kursgewinne. Und die Handelsblatt-Jahresumfrage zum Dax 2017 hat ergeben: Sollte der deutsche Leitindex Dax im Verlauf des Jahres die Marke von 12.400 Punkten überspringen, so würde jeder zweite Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden. „Um noch von den Kursanstiegen zu profitieren, werden sie Aktien nachkaufen müssen. Und heizen dann die Rally weiter an“, meint Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. 82 Prozent der Anleger gingen bei der Umfrage Ende Dezember 2016 davon aus, dass der Dax im laufenden Jahr nicht über 13.000 Punkte steigen kann.  

Kommentare (5)

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Frau Edelgard Kah

15.02.2017, 12:21 Uhr

Eine richtige Schwatzbude diese Börse. Wild durcheinander treten unsere unfehlbaren Meinungsmacher auf. Ob sogenannte "Experten", berühmte Banker, Sentiment-Spezialisten oder Charttechniker, alle haben Aufsehenerregendes zu berichten und scheinen die Zukunft genau zu kennen.

Es liegt allein an mir, dass ich den Herren nicht über den Weg traue. Nehmen Sie als Beispiel die Charttechniker. Wie oft haben sie uns schon erzählt, der Weg nach oben ist frei? Pech, dass sich der DAX für den freien Weg nicht entscheiden konnte und nach Süden abgedreht ist.

Oder nehmen Sie einfach die Kurserwartungen zum Brexit und der Trump-Wahl. Hier hat sich die ganze Zunft hochmögender "Experten" gründlich blamiert. Ob die Herren bei ihren Vorhersagen und Erwartungen schon jemals einen Treffer gelandet haben, kann ich nicht sagen.

Was ich sicher weiß, ist nur die Meinung von Sir Isaac Newton: "Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunde genau berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann."

Baron v. Fink

15.02.2017, 12:45 Uhr

Nix geht in der EU, die Amis holen ihr Geld zurück, siehe Opel. Nord-Amerka wird wachsen und wir Finken sind dabei, mit Aktien und Dollars im Land der Freiheit.
Fern der EU-Räte und Renditearmut geht es uns gut mit Dividenden von CO2 Aktien.
Verarmen sie weiter, bleiben sie EU-Bürger. 

Account gelöscht!

15.02.2017, 13:27 Uhr

Das Frühlingserwachen der Clinton Präsidentschaft....upps....des Trumpeffektes wollte ich natürlich schreiben.

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