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24.01.2005

18:30 Uhr

Infineon unter Druck

Dax rettet sich über 4 200-Punkte-Marke

Der wieder gestiegene Ölpreis hat den Dax am Montag vom Start weg belastet. Der enttäuschende Geschäftsausblick des Chipherstellers Infineon trübte die Stimmung der Anleger zusätzlich ein. Erst die US-Börsen gaben wieder etwas Aufwind.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex Dax schloss 0,28 % im Minus bei 4 201 Punkten. Lange Zeit hatte das Börsenbarometer unter der psychologisch wichtigen Marke von 4 200 Punkten gelegen. Der MDax gewann 0,07 % auf 5533,35 Punkte. Der TecDax gab 1,12 % auf 518 Zähler nach.

Enttäuscht zeigten sich die Börsianer am Montag von den bisherigen Quartalsergebnissen großer Unternehmen aus den USA und Deutschland. „Die Berichtssaison ließ bisher zu wünschen übrig, und das lastet auch auf dem Markt“, sagte Raed Mustafa, Händler bei der BW-Bank.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart kündigte angesichts einer anhaltenden Abschwächung der Chipnachfrage einen Umsatz- und Ergebnisrückgang im laufenden zweiten Quartal an, nachdem die Großbank HVB die Investoren bereits am Freitag mit milliardenschweren Wertberichtigungen überrascht hatte. Zudem drücke der jüngste Ölpreisanstieg auf die Stimmung, ergänzte Mustafa.

Die Aktien von Infineon fielen um 2,5 % auf 7,00 € und waren damit so billig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. „Die Zahlen selbst waren ungefähr im Rahmen der Erwartungen, aber der Ausblick war schon eine Enttäuschung. Die Kunden scheinen weiterhin nur schwach zu ordern“, sagte HSBC-Analyst Thomas Becker. „Der Ausblick lag im Zentrum des Interesses, und er ist deutlich schlechter als erwartet“, urteilte Analyst Matthew Gehl von Goldman Sachs.

Verkauft wurden auch die Papiere der HVB, die drei Prozent auf 17,23 € nachgaben. Händler begründeten die Kursverluste mit den Milliarden-Wertberichtigungen vom Freitag, obwohl die HVB-Aktie unverändert ins Wochenende gegangen war. „Jeder hat das Wochenende gebraucht, um alles durchzurechnen“, sagte Analyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Wegen der sich verschlechternden Kernkapitalquote gebe es Befürchtungen, dass die HVB erneut das Grundkapital aufstocken müsse. Die Investmentbanken CSFB und Dresdner Kleinwort Wasserstein stuften die HVB-Aktie zurück.

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