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07.10.2016

14:15 Uhr

Innogy-Börsengang

Der ganz große Kurssprung bleibt aus

Der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000 ist geglückt. Doch auf den ersten Jubel folgt auf dem Parkett in Frankfurt schnell Ernüchterung. Kurzzeitig fällt die Aktie unter den Ausgabepreis von 36,00 Euro.

Die Glocke schwang RWE-Chef Peter Terium am Montagmorgen persönlich. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Börse eröffnete er den Börsengang von Innogy. Reuters

Handel eingeläutet

Die Glocke schwang RWE-Chef Peter Terium am Montagmorgen persönlich. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Börse eröffnete er den Börsengang von Innogy.

Frankfurt„Strom wird smooth“ – mit diesem Slogan auf Hunderten kunterbunter Energiedrinks warb am Freitag die RWE-Ökostromtochter Innogy an der Frankfurter Börse. Am Morgen war es so voll wie schon lange nicht mehr auf dem Parkett. Zum ersten Mal wurden die Aktien des neuen Energiekonzerns gehandelt. Während sich die Fernsehteams vor dem Bildschirm des Kursmaklers drängten, auf dem der erste Preis erscheinen sollte, versammelten sich Banker und RWE-Vertreter um Tische mit Gebäck und belegten Brötchen. Die Stimmung war sichtbar entspannt.

Auch RWE-Chef Peter Terium war bester Laune, als er den Handel eröffnete. Er ließ es sich nicht nehmen, persönlich mit der Glocke den Handel an der Frankfurter Börse einzuläuten. Ganze zwanzig Sekunden lang schwang er sie, bis auch der letzte Fotograf das symbolträchtige Bild im Kasten hatte. 9:18 zeigten die Uhren, als die Anzeigetafeln den ersten Preis ausgaben. Mit einem Eröffnungskurs von 37,30 Euro startete das Papier sogar leicht im Plus – 1,30 Euro höher als der Emissionspreis von 36,00 Euro.

Der Börsengang der „grünen“ Tochter Innogy, die Terium aktuell in Personalunion führt, begann zwar mit einem Kursplus, doch das wurde im weiteren Sitzungsverlauf immer kleiner und schließlich beim Tief von 35,94 Euro sogar negativ. Da halfen auch keine Smoothies aus grünem Tee oder Blue Curacao mit Banane und Milch.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Die Aktien waren aber immerhin zum Maximalpreis platziert worden, die Preisspanne von 32 bis 36 Euro wurde komplett ausgereizt. „Der hohe Ausgabepreis ist gerechtfertigt. Solche Preise sind wir gar nicht mehr gewöhnt“, kommentierte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, der ebenfalls auf dem Parkett stand. „Die beiden wesentlichen beiden Dinge waren für mich, dass der RWE-Chef die Seiten wechselt und dass Blackrock mitmacht.“ Terium wird in den nächsten Tagen die Leitung von RWE an seinen bisherigen Vize Rolf Martin Schmitz abgeben und sich selbst auf die Weiterentwicklung von Innogy konzentrieren. Die Vermögensverwalter Blackrock sagte fest zu, Innogy-Aktien im Volumen von 940 Millionen Euro abzunehmen.

RWE und Innogy erlösten bei der Platzierung von 25 Prozent der Aktien somit rund fünf Milliarden Euro, die Tochter wird insgesamt mit 20 Milliarden Euro bewertet. Das neue Unternehmen ist damit aus dem Stand heraus der wertvollste deutsche Energiekonzern und Anwärter auf den Einzug in den MDax. Zum Vergleich: RWE alleine ist aktuell weniger als neun Milliarden Euro wert und die langjährige Nummer eins der Energieversorger, Eon bringt weniger als zwölf Milliarden Euro auf die Waage. Während Innogy am Freitag Mühe hatte, über dem Ausgabekurs zu bleiben, geriet die Mutter RWE regelrecht unter die Räder. Das Papier verlor am Vormittag fast fünf Prozent.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

07.10.2016, 17:05 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof

Baron v. Fink

07.10.2016, 17:05 Uhr

So läuft es richtig, zunächst wird der Stomkunde staatlich verordnet bluten, der Steuerzahler die
Verschrottung der Atommeiler bezahlen und am Schluß, wenn der Euro platzt, wird noch mal
ein satter Währungsgewinn abfallen. Zu guter letzt, gibt es noch den schlanken Fuß zurück nach Amerika. Das sind Geschäfte wie die Finken sie lieben.

Account gelöscht!

07.10.2016, 17:10 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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