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26.09.2016

20:33 Uhr

Innogy-Börsengang

Reißende Nachfrage nach Aktien der RWE-Tochter

Noch zehn Tage bis zum Innogy-Börsendebüt, doch schon am ersten Tag der Zeichnungsfrist liegen Aufträge für mindestens 4,4 Milliarden Euro vor. Davon profitiert zu einem großen Teil auch der Mutterkonzern RWE.

RWE erwartet Milliarden

Innogy geht an die Börse - Lohnt sich der Aktienkauf?

RWE erwartet Milliarden: Innogy geht an die Börse - Lohnt sich der Aktienkauf?

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FrankfurtDie Aktien der RWE-Tochter Innogy treffen auf reißende Nachfrage. Bereits am ersten Tag der Zeichnungsfrist lagen nach Angaben der begleitenden Investmentbank Bank of America Merrill Lynch Kaufaufträge für das gesamte Emissionsvolumen einschließlich der Aufstockungsoption vor. Damit liegen bereits Orders für mindestens 4,4 Milliarden Euro vor. Innogy bietet bis zum 6. Oktober bis zu 139 Millionen Aktien in einer Spanne von 32 bis 36 Euro an.

Mit einem Volumen von bis zu fünf Milliarden Euro wäre es der größte Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren. 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro davon gehen an Innogy selbst, der Rest an die Muttergesellschaft RWE, die auch nach der Erstnotiz mit mindestens 75 Prozent beteiligt bleibt.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Die Mitteilung der Investmentbanker, dass schon ausreichend Zeichnungsaufträge vorliegen, ist für viele institutionelle Investoren die Voraussetzung, dass sie sich überhaupt am einem Börsengang beteiligen. Sonst müssten sie fürchten, mehr Aktien zugeteilt zu bekommen als sie wollen. Innogy hatte den US-Vermögensverwalter Blackrock als Ankeraktionär gewonnen. Er allein will Aktien für 940 Millionen Euro zeichnen.

Für Investoren ist Innogy interessant, weil ein Großteil der Erlöse aus dem staatlich regulierten Geschäft mit Ökostrom und Stromnetzen stammt und stabile Einnahmen verspricht. Innogy soll am 7. Oktober sein Börsendebüt in Frankfurt feiern.

Von

rtr

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