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08.10.2012

09:41 Uhr

Insider-Barometer

Dem Dax droht eine lange Schwächephase

VonChristian Schnell

Viele Top-Manager haben zuletzt die Aktien ihres eigenen Konzerns verkauft; sie fürchten einen deutlichen Konjunkturabschwung. Das Verhalten der Insider lässt nichts Gutes für den Dax erahnen, wie die Geschichte lehrt.

Gerhard Weber, der Vorstandsvorsitzende des Mode-Konzerns Gerry Weber International AG. dpa

Gerhard Weber, der Vorstandsvorsitzende des Mode-Konzerns Gerry Weber International AG.

FrankfurtDas Schema war jedes Mal das gleiche, ob im März dieses Jahres, im Februar 2011 oder ein Jahr davor. Deutschlands Topmanager hatten sich damals stets in größerem Stil von Teilen ihrer Aktienbestände getrennt. Und jedes Mal hatten sie damit einen guten Riecher für die Börsenentwicklung. Anschließend ging es für Monate nach unten.

Das Insider-Barometer, mit dem das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) zusammen mit Commerzbank Wealth Management die Kauf- und Verkaufsneigung von Vorständen und Aufsichtsräten regelmäßig misst, war an jedem dieser Zeitpunkte auf einem Niveau unterhalb von 90 Punkten und signalisierte somit frühzeitig diesen Trend. Seit wenigen Tagen liegt es wieder auf diesem Niveau. "Die aktuelle Phase lässt sich gut mit früheren Schwächephasen vergleichen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Auch jetzt könnten die Zeiten risikoreicher werden, so der langjährige Beobachter von Insiderorders in Deutschland.

Die größten Deals: Top-Käufe

Tui

Insider: Friedrich Joussen

Volumen: 684.000 Euro

Veröffentlicht: 01.10.2012

Index: MDax

MLP

Insider: Peter Lütke-Bornefeld

Volumen: 119.999 Euro

Veröffentlicht: 01.10.2012

Index: SDax

Indus

Insider: Jürgen Allerkamp

Volumen: 75.074 Euro

Veröffentlicht: 02.10.2012

Index: SDax

Lanxess

Insider: Rolf Stromberg

Volumen: 66.170 Euro

Veröffentlicht: 21.09.2012

Index: Dax

GfK

Insider: Mathias Hartmann

Volumen: 20.427 Euro

Veröffentlicht: 20.09.2012

Index: SDax

Schon zuletzt zeigten etliche Konjunkturdaten in Deutschland sowie in der Euro-Zone und in den USA in diese Richtung. Erst am Freitag meldete das verarbeitende Gewerbe in Deutschland einen weiteren Rückgang der Auftragseingänge. Viele Experten sind zurückhaltend. "Die Zentralbank- Maßnahmen stützen die Finanzmärkte, aber nicht die Konjunktur", sagt David Kohl vom Bankhaus Julius Bär.

Auffällig ist jedenfalls, dass beispielsweise bei einem Unternehmen wie Gerry Weber, bei dem es seit Anfang 2010 insgesamt 27 Käufe von Unternehmensinsidern gab, nun Verkäufe im Wert von weit über zehn Millionen Euro gemeldet wurden. Die Kursentwicklung seither, in der die Aktie von rund zehn Euro auf mittlerweile 34 Euro stieg, legt nahe, warum jetzt verkauft wurde. Gründer und Unternehmenslenker Gerhard Weber bezeichnete es zwar erst in der vergangenen Woche im Handelsblatt-Interview als eine Fehleinschätzung, wenn Analysten jetzt glauben, die Aktie sei zu teuer. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,4 für das laufende Jahr und eine Dividendenrendite von nur noch 2,3 Prozent lassen diesen Schluss jedoch zu.

Die größten Deals: Top-Verkäufe

Gerry Weber

Insider: N+A Hardieck GmbH & Co. KG; R+U Weber GmbH & Co. KG

Volumen: 10.698.602 Euro

Veröffentlicht: 21.09. - 02.10.2012

Index: MDax

Alstria Office Reit

Insider: Alexander Stuhlmann

Volumen: 40.583 Euro

Veröffentlicht: 28.09.2012

Index: SDax

GSW Immobilien

Insider: Jochen Scharpe

Volumen: 29.700 Euro

Veröffentlicht: 21.09.2012

Index: MDax

Dennoch müssen Anleger wegen des Millionenverkaufs nicht in Panik geraten. Die einem Aufsichtsrat nahestehende N. u. A. Hardieck GmbH & Co. KG hielt bisher rund 20 Prozent der Aktien. Dieser Anteil hat sich nach den jüngsten Verkäufen nicht maßgeblich verändert.

Kommentare (6)

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KES

08.10.2012, 10:25 Uhr

manchmal könnte man meinen das die Autoren hier manisch-depressiv sind. Heute sind die Aktien zu billig und steigen ins unendliche und morgen ist alles viel zu teuer und stürzt ins bodenlose.

patience

08.10.2012, 10:39 Uhr

Hier haben noch ganz viele den Knall noch garnicht mitbekommen.
Und wenn es Rummst, und das wird es, werden die Hobby-Ornithologen über Vögeln dozieren.

Account gelöscht!

08.10.2012, 10:52 Uhr

Vor 2 1/2 Wochen sah es noch anders aus, da sagte der Vermögensverwalter Thomas Grüner die Ralley hätte gerade erst begonnen, und der Dax könne sich sogar vervierfachen. Hmm lassen sie mich mal eben nachrechnen 7300*4=29200.Wären 21900 Punkte Gewinn mal 10 Euro pro Punkt, sind schlappe 219000 Euronen. Wen kann man denn noch glauben in dieser Zeit, wenn nicht einen Vermögensverwalter?Ich für mein teil bin LONG und gucke mich gerade nach einen schönen Haus bei Immobilienscout um.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/thomas-gruener-im-interview-der-dax-kann-sich-sogar-vervierfachen/7163524.html

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