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16.02.2013

04:29 Uhr

Insider-Handel

Verdächtiges Schweizer Konto nach Heinz-Deal eingefroren

Ein Fall von möglicherweise verbotenem Handel wirft Schatten auf die Milliarden-Übernahme des Ketchup-Giganten Heinz. Die US-Börsenaufsicht fand die Transaktionen jedenfalls „höchst verdächtig“ – und handelt.

Um zwanzig Prozent schossen die Heinz-Aktien nach dem Übernahme-Deal in die Höhe. Reuters

Um zwanzig Prozent schossen die Heinz-Aktien nach dem Übernahme-Deal in die Höhe.

Washington/New YorkWegen des Verdachts auf Insiderhandel bei der Übernahme des amerikanischen Ketchup-Königs H.J. Heinz hat die US-Börsenaufsicht SEC das Vermögen in einem auffälligen Depot einfrieren lassen.

Die SEC erwirkte einen Eilbeschluss, das Vermögen in dem mit dem Vorgang in Verbindung gebrachten Schweizer Konto einzufrieren. Die SEC bezeichnet das Konto als „GS Konto“, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die US-Großbank Goldman Sachs teilte mit, mit den Börsenaufsehern bei deren Untersuchung zusammenzuarbeiten.

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Für 28 Milliarden Dollar schlägt gemeinsam mit 3G Capital zu.

Wer hinter dem Depot steckt, ist allerdings unbekannt. Es handele sich entweder um ausländische Anleger oder um Anleger, die über das Ausland gehandelt hätten, hieß es. Die SEC hegt den Verdacht, dass die Besitzer des Kontos durch einen Tipp Wind von der anstehenden Heinz-Übernahme durch Starinvestor Warren Buffett und den Finanzinvestor 3G Capital bekommen hatten.

Unmittelbar bevor das Geschäft zur 23 Milliarden Dollar schweren Heinz-Übernahme durch Star-Investor Warren Buffett und die brasilianische Beteiligungsgesellschaft 3G Capital am Donnerstag öffentlich wurde, sei es zu „höchst verdächtigem Handel“ gekommen, begründete die SEC ihre Klage. Die Händler säßen entweder in Zürich oder handelte über ein dort geführtes Konto.

Die Inhaber des Kontos hätten daraufhin am Mittwoch massenhaft sogenannte Optionen gekauft, so die Mutmaßung. Durch diese lässt sich auf ein Kursplus wetten.

Als die Übernahme am Donnerstag offiziell verkündet wurde, sprang die Heinz-Aktie tatsächlich 20 Prozent hoch. Der Gewinn durch die verdächtigen Optionsgeschäfte liege bei 1,7 Millionen Dollar, erklärte die SEC. Vermutlich hätten die Trader vor dem bevorstehenden Übernahmedeal in Höhe von 28 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) gewusst, erklärte die SEC. Wenn die Händler nun an das eingefrorene Vermögen in der Schweiz wollten, müssten sie vor Gericht erscheinen und ihre Geschäfte erklären, erklärte SEC-Vertreterin Sanjay Wadhwa.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Bereits am späten Donnerstag hatten erste Spekulationen über verdächtige Optionsgeschäfte sowie ein Eingreifen der SEC die Runde gemacht. „Irreguläre oder hochgradig auffällige Optionsgeschäfte vor einer Fusion oder Übernahme sind ein ernstes Warnsignal, dass Anleger möglicherweise unlauter mittels geheimer Informationen gehandelt haben“, sagte SEC-Ermittler Daniel Hawke.

Der milliardenschwere Heinz-Deal bekommt damit einen üblen Beigeschmack. Vor allem steht nun die Frage im Raum: Wer hat das Geschäft ausgeplaudert? Insiderhandel ist verboten, weil Börsengeschäfte auf Basis vertraulicher Informationen andere Anleger benachteiligen. Es gab in den USA zuletzt eine ganze Reihe von Verurteilungen in derartigen Fällen wie beim Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam.

Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre das insbesondere für Warren Buffett ein heftiger Schlag - ganz gleich, wer die Übernahme letztlich ausgeplaudert haben sollte. Der 82-jährige Chef und Hauptaktionär der Investmentholding Berkshire Hathaway legt besonderen Wert auf saubere Geschäfte. Schon vor zwei Jahren trennte er sich wegen zweifelhafter Aktienkäufe von seinem wichtigen Manager und möglichen Nachfolger David Sokol.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

16.02.2013, 06:04 Uhr

Wenn man einen Laden übernehmen möchte, ist es dann nicht völlig opportun mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zum kämpfen?

Downgrad über befreundete Agenturen und Investmentheinis, Vorabkauf über Dritte, Optionsgeschäfte und so vieles mehr machen doch so vieles leichter.

Nur der Dumme glaubt, da gehe alles sauber über die Bühne.

Oesterreicher

16.02.2013, 06:59 Uhr

Und immer wieder die Schweiz. Wenn es schmutzig wird taucht immer wieder die Schweiz auf. Es wird Zeit das man die Schweiz aus der internationalen Staatengemeinschaft ausschließt und den Staat als das behandelt was er ist.

Account gelöscht!

16.02.2013, 07:37 Uhr

"... und den Staat als das behandelt was er ist."
Als souveränen Staat? Und was Ihrer bescheidener Meinung nach die geeigneten Massnahmen?

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