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18.10.2013

15:04 Uhr

Insider

Keine Kapitalerhöhung bei Telekom Austria

Entgegen anders lautender Vermutungen geht es der Telekom Austria derzeit erstaunlich gut. Insidern zufolge ist eine Kapitalerhöhung, über die gemunkelt wurde, derzeit kein Thema bei dem österreichischen Unternehmen.

Das Logo von Telekom Austria: Wenn die Verschuldung der Telekom weiter steigt, läuft das Unternehmen Gefahr, eine schlechtere Bonitätsnote zu bekommen. Reuters

Das Logo von Telekom Austria: Wenn die Verschuldung der Telekom weiter steigt, läuft das Unternehmen Gefahr, eine schlechtere Bonitätsnote zu bekommen.

Wien/Frankfurt/LondonBei der Telekom Austria zeichnet sich Insidern zufolge kurzfristig keine Kapitalerhöhung zur Finanzierung neuer Mobilfunkfrequenzen ab. „Kurzfristig hat die Telekom kein Finanzierungsproblem. Es ist genug Liquidität vorhanden“, sagte eine mit den Plänen des Konzerns vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. „Kurzfristig ist eine Kapitalerhöhung kein Thema“, sagte ein anderer Insider. Auch aus Finanzkreisen hieß es, dass die Telekom nicht unmittelbar vor einem solchen Schritt stehe. Das Unternehmen selbst wollte sich am Freitag nicht dazu äußern.

Noch steht nicht endgültig fest, wie viel Geld der Konzern für die neuen Frequenzen für schnelleres Internet (LTE) ausgeben wird. Das Ergebnis der laufenden Auktion steht den Kreisen zufolge voraussichtlich erst kommende Woche fest, nachdem die für die Auktion zuständige Behörde RTR den Zeitplan verlängert hatte. Bereits vor mehr als zwei Wochen hatten die Gesamtgebote der daran teilnehmenden Firmen nach Reuters-Berechnungen rund zwei Milliarden Euro erreicht. Die Telekom Austria, die sich wie ihre Konkurrenten nicht zu dem Verfahren äußern darf, hat in Österreich einen Marktanteil von 45 Prozent.

Finanzchef Hans Tschuden hatte bereits im Januar erklärt, der Konzern habe fixe Kreditzusagen im Volumen von einer Milliarde Euro. Auf das Geld könne der Konzern jederzeit zurückgreifen - auch um die neuen Frequenzen zu finanzieren. „Theoretisch“ könne die Firma auch eine Anleihe begeben, hatte er gesagt. Doch wenn die Verschuldung der Telekom weiter steigt, läuft das Unternehmen Gefahr, eine schlechtere Bonitätsnote zu bekommen. Die Ratingagentur Moody's hatte im Januar ihren Ausblick für das aktuelle „Baa1“-Rating auf negativ gesenkt.

Bereits zu Jahresbeginn hatte die Firma über eine Hybridanleihe 600 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Eine weiteres solches Papier kommt für den Konzern derzeit Investorenkreisen zufolge nicht infrage, weil eine weitere Hybridanleihe von den Ratingagenturen für die Bewertung der Kapitalausstattung nicht mehr berücksichtigt würde.

Der Druck, frisches Geld bei Aktionären einzusammeln, hatte bei der Telekom bereits nachgelassen, nachdem der Konzern aus dem Bieterrennen um den serbischen Kabelnetzbetreiber SBB ausgestiegen war. Er ging stattdessen an den US-Finanzinvestor KKR. „SBB wäre ein konkreter Anlassfall für eine Kapitalerhöhung gewesen, aber bei den Frequenzen geht es ums laufende Geschäft“, sagte der Insider. Investoren dürften daher nur schwer für einen solchen Schritt zu begeistern sein.

Von

rtr

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