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15.01.2008

18:55 Uhr

Internationale Aktienmärkte

Börse Zürich schließt deutlich im Minus

Der Swiss Market Index (SMI ) ist an der Sitzung vom Dienstag erstmals seit Mitte August 2006 unter die Marke von 8 000 Punkten gefallen und schloss somit deutlich im Minus.

dpa-afx ZüRICH. Der Swiss Market Index (SMI ) ist an der Sitzung vom Dienstag erstmals seit Mitte August 2006 unter die Marke von 8 000 Punkten gefallen und schloss somit deutlich im Minus. Der Handel war bereits mit Verlusten gestartet, kam dann aber in der zweiten Tageshälfte durch die Quartalsberichterstattung der Citigroup und US-Konjunkturdaten noch deutlicher unter Abgabedruck.

Die US-Großbank schrieb neben den Abschreibungen von 18,1 Mrd. Dollar aus dem Engagement im Subprime-Bereich auch noch 4,1 Mrd. Dollar auf Verbraucherkredit ab. Damit seien Ängste bezüglich einem Übergreifen der Hypothekenkrise auf die Realwirtschaft verstärkt worden, sagte ein Marktbeobachter. Auch der US-Einzelhandelsumsatz Dezember fielen mit 0,4 Prozent schwächer als erwartet aus. Die Konsumenten könnten derzeit das Wachstum der US-Wirtschaft nicht mehr finanzieren, da sie mit den Krediten für ihre Immobilien andere Probleme hätten, so die Einschätzung eines Händlers.

Bei Börseschluss notierte der SMI um 2,68 Prozent oder 219,44 Zähler tiefer auf 7 973,92 Punkten. Der 30 Titel umfassenden Swiss Leader Index (SLI) büßte 2,90 Prozent auf 1 203,1 Punkte ein und der breit Swiss Performance Index (SPI ) gab 2,66 Prozent auf 6.3 463,24 Zähler nach.

Größte Verlierer am Berichtstag waren die Valoren von Clariant mit einem Minus von 6,1 Prozent auf 8,66 Franken. Aber auch weitere konjunktursensitive Papiere litten. So büßten die Aktien der Luxusgüter- und Uhrenhersteller Richemont 5,7 Prozent auf 63,90 Franken und Swatch 4,4 Prozent auf 272,75 Franken ein. Mit mehr als vier Prozent gingen auch die Titel von Nobel Biocare und ABB aus dem Handel. Citigroup hat die Anlageempfehlung für ABB auf "Sell" zurückgestuft und das Kursziel auf 26,50 Franken gesenkt.

Unter Abgabedruck waren aber auch Adecco (-3,8 Prozent auf 54,75 Franken). Die Analysten der UBS revidierten ihr Anlagerating auf "Neutral" und nahmen das Kursziel auf 57 Franken von zuvor 88 Franken zurück.

Die Finanzwerte konnten sich dem negativ Trend nicht entziehen. Die beiden Großbanken-Titel UBS (-2,8 Prozent auf 48,18 Franken) und Credit Suisse (-1,8 Prozent auf 62,30 Franken) verzeichneten nach den Citigroup-Zahlen deutliche Verluste. Julius Bär schlossen mit -5,1 Prozent auf 79,50 Franken.

Die Assekuranzen Swiss Life (-0,7 Prozent auf 267,50 Franken) und Swiss Re (-0,7 Prozent auf 81,65 Franken) verbuchten am Berichtstag die kleinsten Verluste. Swiss Re profitierten lange von der Hochstufung auf "Buy" durch die Deutsche Bank, drehten dann aber bis zum Handelsschluss doch noch ins Minus. ZFS büßten 1,7 Prozent auf 323,25 Franken ein und Baloise 3,0 Prozent auf 102,00 Franken.

Die SMI -Schwergewichte Roche (-2,6 Prozent auf 198,10 Franken), Novartis (-2,3 Prozent auf 61,75 Franken) und Nestle (-2,3 Prozent auf 480,75 Franken) verloren alle mehr als zwei Prozent.

Im SLI schlossen Petroplus (-6,8 Prozent) mit den deutlichsten Verlusten. Aber auch OC Oerlikon (-5,5 Prozent), Kühne + Nagel (-4,0 Prozent) und Logitech (-3,9 Prozent) notierten sehr schwach. Die geringsten Abgaben unter den SLI-Titel verzeichneten nebst den Assekuranzen SGS (-1,2 Prozent). Der Warenprüfkonzern wird am Mittwoch die Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr präsentieren.

In der zweiten Reihe gab es bereits heute einige Unternehmen, die ihre Zahlen publizierten. Jelmoli (Inhaber: -0,3 Prozent; Namen: +1,0 Prozent) schlossen uneinheitlich. Für die im Marktvergleich gute Performance dürfte dabei in erster Linie die vom Unternehmen gegebene Gewinnprognose verantwortlich sein: Unter anderem dank dem Buchgewinn aus dem Fust-Verkauf und der höheren Bewertung des Immobilienportfolios rechnet Jelmoli für das Gesamtjahre mit einem Rekordgewinn.

Huber + Suhner (-4,5 Prozent) hatte zwar die Erwartungen der Analysten übertroffen, diese zeigten sich aber hinsichtlich der weitern Aussichten skeptisch.

Sulzer büßten 8,5 Prozent ein. Analysten gaben sich eher zurückhaltend, da vor allem für die Division Chemtech klar mehr Aufträge prognostiziert wurden. Zudem kritisierten sie den Ausblick.are/mk/AWP/das

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