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16.01.2008

18:20 Uhr

dpa-afx PARIS/LONDON. Nach Verlusten an der Wall Street haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch an ihre Vortagsverluste angeknüpft. Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 gab um 0,79 Prozent auf 4 108,34 Punkte nach und schloss auf dem niedrigsten Stand seit Mitte August vergangenen Jahres. Der auch schweizerische und britische Werte umfassende Stoxx 50 ging 0,76 Prozent niedriger bei 3 432,42 Zählern aus dem Handel. Der Euronext 100 verlor 1,12 Prozent auf 914,17 Punkte. In Paris fiel der CAC 40 um 0,48 Prozent auf 5 225,39 Zähler. Für den Londoner Ftse 100 ging es sogar um 1,37 Prozent auf 5 942,90 Zähler nach unten, wozu auch die Schwäche des schwer gewichteten Bergbausektors beitrug.

Die verfehlten Markterwartungen Intels bei Gewinn und Umsatz belasteten die Branchenkollegen in Europa sowie die Ausrüster und Zulieferer: Philips verloren 3,29 Prozent auf 25,83 Euro. Nokia gaben um 2,50 Prozent auf 22,97 Euro nach. Asml legte selbst Zahlen zum vierten Quartal vor. Der Ausrüster der Chipindustrie traf zwar weitgehend die Erwartungen der Analysten, änderte allerdings den Ausblick. Nachdem es im Oktober noch hieß, dass der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres höher als im Vorjahr ausfallen dürfte, teilte Asml nun nur noch mit, im unsicheren Marktumfeld für robuste Umsätze im ersten Halbjahr gut positioniert zu sein. Die Aktie brach daraufhin im Amsterdam-Exchanges-Index (AEX) um 6,88 Prozent auf 17,20 Euro ein.

Arcelormittal verbilligten sich um 2,66 Prozent auf 43,24 Euro. Der weltgrößte Stahlkonzern schließt ein Elektrostahlwerk und eine Walzstraße an seinem lothringischen Standort Gandrange, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach der offiziellen Unterrichtung des Betriebsrates mit. 600 Beschäftigte, deren Arbeitsplätze 2009 wegfallen, sollen Ersatz-Arbeitsplätze in den Stahlwerken des Konzerns in Florange (Lothringen) und Luxemburg angeboten werden.

Ericsson stiegen um 1,20 Prozent auf 15,22 schwedische Kronen. Das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson verzeichnete im abgelaufenen Quartal zwar einen Ergebnisrückgang, die Bruttomargen fielen aber etwas stärker aus als erwartet und der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) sank weniger stark als am Markt prognostiziert. Sony Ericsson blickt zudem zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr und will seinen Marktanteil ausbauen.

In London standen die schwer gewichteten Bergbauwerte auf der Verliererseite. Der Zwischenbericht des weltweit drittgrößten Minenunternehmens Rio Tinto fiel laut Händlern ohne Überraschungen aus. Die Eisenerzproduktion 2007 war um 9,0 Prozent auf den Rekordwert von 179 Mill. Tonnen gestiegen. Auch die Aluminium-Produktion sei durch die Übernahme der kanadischen Alcan beträchtlich gesteigert worden, teilte der australisch-britische Konzern mit. Rio Tinto fielen dennoch als zweitschwächster "Footsie"-Wert um 6,63 Prozent auf 4 733,00 Pence. Antofagasta gaben als Schlusslicht um 6,80 Prozent auf 589,50 Pence nach und Kazakhmys sanken um 5,84 Prozent auf 1 193,00 Pence.

Experian erholten sich etwas von ihren zeitweise kräftigeren Verlusten. Zuletzt gaben sie noch 3,27 Prozent auf 362,75 Pence nach. Mit dem organischen Wachstum von zwei Prozent enttäuschte Experian die Erwartungen von Analysten, die mit einem Wachstum zwischen drei und vier Prozent gerechnet hatten.

Astrazeneca legten um 3,23 Prozent auf 2 299,00 Pence zu, nachdem Goldman Sachs die Aktie des Pharmaunternehmens von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft hatte. Auch Diageo profitierten von einem Analystenkommentar. Die Aktie des Getränkekonzerns schloss 2,06 Prozent höher bei 1 018,00 Pence, nachdem Lehman Brothers sie von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft hatte.

British Land gewannen als bester Wert 4,37 Prozent auf 920,00 Pence - hier stützte eine Studie von JP Morgan zum europäischen Immobiliensektor, in der es hieß, das Papier des Unternehmens sei einer ihrer bevorzugten Werte in der Branche. Cable & Wireless quittierten eine Abstufung durch Morgan Stanley indes mit einem Minus von 3,46 Prozent auf 162,70 Pence.

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