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12.01.2009

19:31 Uhr

Internationaler Aktienhandel

Börse Zürich schließt knapp über Tagestief

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag einen schwachen Handel nur knapp über Tagestief beendet. Damit ist die zu Jahresbeginn gesehene Euphorie wieder zu Ende gegangen, nachdem die gute Entwicklung im Markt bereits ab dem vergangenen Mittwoch ins Stottern geraten war.

dpa-afx ZÜRICH. Vor allem der enttäuschend ausgefallen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag habe bei den Investoren die Konjunktursorgen verstärkt und eine abwartende Haltung gefördert, hieß es in Marktkreisen. Daneben sorge auch die bevorstehende Berichtsaison für Zurückhaltung.

Unternehmensnachrichten waren am Berichtstag Mangelware, Impulse gingen daher vor allem von Berichten der Wochenendpresse aus. So standen etwa UBS, Roche und die Luxusgüterwerte nach Spekulationen in der Presse unter erhöhtem Abgabedruck.

Bei Börsenschluss um 17.30 Uhr verlor der SMI 105,45 Punkte oder 1,85 Prozent auf 5 591,79 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI sank um 2,14 Prozent auf 804,29 Punkte und der breite SPI um 1,72 Prozent auf 4 620,33 Punkte.

UBS (-6,2% auf 15,84 Franken) zählten am Montag zu den größten Verlierern im SMI. Belastet wurden die Werte durch verschiedene Medienberichte über die mögliche Höhe des Verlustes im vierten Quartal sowie über die erwartete Geldbusse im Steuerstreit mit den USA. Laut "Sonntagszeitung" muss die UBS für das vierte Quartal wohl einen Verlust von acht Mrd. Franken ausweisen. Der "Sonntagsblick" rechnet unter Berufung auf Analysten mit fünf Mrd. Franken Verlust für das Schlussquartal.

Credit Suisse (-1,5% auf 29,60 Franken) notierten zeitweise im Plus und schlossen schließlich leicht über dem Marktdurchschnitt. Von den restlichen Finanzwerte verzeichneten nur Swiss Re (-2,5% auf 50,70 Franken) größere Verluste, die übrigen Werte verbilligten sich unterdurchschnittlich, Swiss Life Holding (-0,1% auf 76,25 Franken) schlossen kaum verändert.

OC Oerlikon (-5,5% auf 70,50 Franken), Holcim (-5,2% auf 59,40 Franken) oder ABB (-4,0% auf 15,21 Franken) leisteten UBS am Tabellenende Gesellschaft. Bei ABB verwiesen Händler auf negative Branchenkommentare von Morgan Stanley. Laut der US-Bank werden die jüngsten Erholungstendenzen im europäischen Investitionsgütersektor nicht von fundamentalen Faktoren getragen. Die Branche befinde sich weiterhin nahezu im freien Fall.

Zeitweise deutlich abgestraft wurden auch Richemont (-4,1% auf 19,24 Franken) und Swatch Group (-2,2% auf 139,90 Franken). Marktbeobachtern zufolge litten die Titel besonders stark unter den Konjunktursorgen. Einem Bericht der "Sonntagszeitung" zufolge ist die Arbeitslosenquote im Dezember in der Industrie deutlich angestiegen. Zudem fänden die Händler von Luxusuhren, insbesondere in Asien und den USA, kaum mehr Abnehmer und würden die Uhren teilweise zu Dumpingpreisen verkaufen.

Auch die schwergewichtigen Roche (-3,4% auf 166,10 Franken) lasteten mit deutlichen Abgaben auf dem Index. Der "Financial Times" zufolge will der Pharmakonzern das Angebot für die ausstehenden Aktien der Tochter Genentech auf 95 Dollar von zuvor 89 Dollar je Aktie erhöhen. Dieser finanzielle Kraftakt könnte Roche gegen 50 Mrd. Dollar kosten. Am Markt bestanden daher Unsicherheiten darüber, ob wegen des Angebots allenfalls die Dividendenausschüttung gestrichen werden soll. Dies hat Roche inzwischen dementiert.

Von den übrigen großkapitalisierten Titel verloren Novartis (-0,6% auf 53,50 Franken) unterdurchschnittlich, Nestle schlossen unverändert auf 40,38 Franken. Größte Kursgewinner waren am Berichtstag Lonza (+0,7% auf 102,30 Franken) und SGS (+0,5% auf 1 154 Franken); SGS wird am Donnerstag über den Verlauf des Geschäftsjahres 2008 informieren. Daneben schlossen nur noch Givaudan (+0,4% auf 846,50 Franken) und Synthes (+0,1% auf 132,00 Franken) im Plus.

Am breiten Markt zählten Tec Sem (+25,6%), Arpida (+17,4%) oder Edipresse (+7,5%) zu den größten Gewinnern, auf der Gegenseite positionierten sich vier M Technology (-9,1%) oder Titlisbahnen (-7,6%) mit den deutlichsten Abgaben.

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