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08.01.2009

18:47 Uhr

Internationaler Aktienhandel

Konjunktursorgen belasten Europas Börsen

Nach neuen Sorgen um eine Verschärfung der globalen Rezession haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag im Minus geschlossen. Vor allem Minenwerte hätten unter der Furcht vor einem weiteren konjunkturellen Abschwung gelitten, sagten Börsianer.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 verlor 0,87 Prozent auf 2 516,56 Punkte. In London ging der FTSE 100 mit einem Minus von 0,05 Prozent auf 4 505,37 Zählern nahezu unverändert aus dem Handel. Frankreichs CAC-40-Index büßte 0,65 Prozent auf 3 324,33 Punkte ein. Auch die Prognosesenkung des US-Einzelhändlers Wal-Mart habe auf die Stimmung am Markt gedrückt, hieß es am Markt. Zudem hätten die Anleger vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht am Freitag neue Positionierungen vermieden.

Vor diesem Hintergrund gaben an der Londoner Börse die Papiere von Vedanta Ressources um 6,00 Prozent auf 706,00 Pence nach, und für die Titel von Anglo American ging es um 5,91 Prozent auf 1 623,00 Pence nach unten. Rio-Tinto-Aktien verloren 4,53 Prozent auf 1 635,00 Pence.

Für Sainsbury-Titel ging es hingegen um 1,86 Prozent auf 328,75 Pence nach oben. Der Einzelhändler hat für das dritte Geschäftsquartal Umsatzzahlen am oberen Ende der Erwartungen veröffentlicht.

Papiere der Royal Bank of Scotland (RBS) legten sogar um 3,27 Prozent auf 50,63 Pence zu. Nach Aussagen des neuen Chefs, Stephen Hester, wird es bei der Umstrukturierung der derzeit mehrheitlich staatlichen Bank "keine heiligen Kühe" geben. Außerdem erwägt RBS laut "Financial Times" einen Verkauf ihrer 4,3-prozentigen Beteiligung an der Bank of China. Die Schweizer UBS hatte am Neujahrsmorgen mitgeteilt, sie habe ihren Anteil an den Chinesen mit einem Abschlag an institutionelle Anleger verkauft.

Übernahmefantasien ließen die Papiere von Crucell im Amsterdam um 42,44 Prozent auf 16,495 Euro nach oben schießen. Der US-Pharma-Konzern Wyeth verhandelt mit dem niederländischen Impfstoff-Spezialisten über einen Kauf. Crucell bestätigte am Mittwochabend entsprechende Gespräche. Die Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss seien allerdings noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es. Der Kaufpreis für den Biopharma-Konzern könne bei mehr als 1,35 Mrd. Dollar (1 Milliarde Euro) liegen, berichtete das "Wall Street Journal" im Internet unter Berufung auf Insider. Ein Abschluss sei bereits in der nächsten Woche möglich. Allerdings seien auch noch Konkurrenzgebote von Wettbewerbern wie Novartis oder Sanofi-Aventis möglich. Für den Fall eines Bieterkampfes sagte Petercam-Analyst Jan van den Bossche Crucell-Kurse von über 20 Euro voraus.

Titel des Autozulieferers Valeo wiederum verloren an der Börse in Paris 3,51 Prozent auf 11,415 Euro. Die Ratingagentur Moody"s hat mit Verweis auf die sich immer stärker eintrübenden Geschäftsaussichten der Autobranche ihre lang- und kurzfristigen Kreditratings für das Unternehmen gesenkt.

Nach negativ aufgenommenen Nachrichten fielen schließlich die Papiere von Air France-KLM um 2,16 Prozent auf 9,661 Euro. Die Eigentümer der neugegründeten Fluggesellschaft Alitalia haben sich Insidern zufolge für einen Einstieg der französisch-niederländischen Fluggesellschaft und damit gegen eine Partnerschaft mit der Lufthansa ausgesprochen - höhere Passagierzahlen im Dezember konnten den Air-France-Aktien indes keinen Auftrieb geben.

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