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21.01.2010

19:38 Uhr

Internationaler Aktienhandel

Trübes Umfeld belastet Ost-Börsen

Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Donnerstag Verluste verbucht. Gedämpft wurde die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten durch unter dem Strich schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Donnerstag Verluste verbucht. Händler sprachen als Belastung von einem trüben Marktumfeld im übrigen Europa und in den USA.

Der Budapester Leitindex Bux schloss um 1,84 Prozent tiefer bei 22 127,31 Punkten. Getrübt wurde die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten durch unter dem Strich schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

Der Index der regionalen Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) fiel von plus 22,5 Punkten im Vormonat auf plus 15,2 Punkte. Volkswirte hatten zuvor mit einem Rückgang auf lediglich plus 18,0 Punkte gerechnet. Zudem hatte sich die Lage am US-Arbeitsmarkt überraschend eingetrübt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der abgelaufenen Woche unerwartet um 36 000 auf 482 000. Das ist der dritte Anstieg in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang gerechnet.

Unter den Einzeltiteln fielen die Aktien der ungarischen Telekom um 2,72 Prozent auf 715 Forint. Die Papiere der OTP Bank sackten um 2,53 Prozent auf 5 940 Forint ab. Titel von Magyar Olay es Gazipari (Mol) sanken um 1,32 Prozent auf 18 650 Forint. Richter-Gedeon-Papiere gaben um 1,18 Prozent auf 41 500 Forint nach.

Die Wiener Börse und ihre Ost-Töchter in Laibach, Prag und Budapest sind seit vergangener Woche gleichrangig der gemeinsamen Holdinggesellschaft Ceeseg AG (CEE Stock Exchange Group) unterstellt. Die Ceeseg ist die größte Börsengruppe Zentral- und Osteuropas. Ihre vier Töchter sind für 46,9 Prozent der Marktkapitalisierung und für 63,8 Prozent der Aktienumsätze in der Region verantwortlich, sagten die Vorstände der Wiener Börse, Michael Buhl und Heinrich Schaller, die auch die Geschicke der neuen Holding leiten.

In Warschau fiel der Wig-20 um 0,76 Prozent auf 2 470,51 Zähler. Der breiter gefasste Wig-Index sank um 0,65 Prozent auf 41 347,04 Punkte. Getrübt wurde die Stimmung an den internationalen Aktienmärkten durch schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

Die Aktien von Lubelski Wegiel Bogdanka fielen nach einem negativen Analystenkommentar um 0,90 Prozent auf 79,70 Zloty. Enea-Papiere gaben zum ersten Mal in dieser Wochen nach und fielen um 0,70 Prozent auf 19,97 Zloty. Der polnische Staat wird ein Aktienpaket über 500 Mill. Dollar in dem Unternehmen verkaufen, um Budgetlöcher zu stopfen. Der Verkauf soll Anfang Februar stattfinden.

Grupa-Lotos-Titel sanken um 3,00 Prozent auf 31,10 Zloty. Dies ist der größte Rückgang in den Papieren seit einer Woche. Auch in dem Unternehmen habe die polnische Regierung begonnen, einen Anteil von zehn bis 13 Prozent zu verkaufen, so die Warschauer Börse.

Der Prager Leitindex PX fiel um 0,34 Prozent auf 1 216,20 Zähler. Die Anteilsscheine der Erste Group Bank gaben um 1,77 Prozent auf 776 Kronen nach. Titel von Ceske Energeticke Zavody (CEZ) sanken um 1,43 Prozent auf 928,50 Kronen. Der Energieerzeuger musste einen Reaktor bei Dukovany herunterfahren, nachdem ein Leck im Reaktor entdeckt worden war. Die Analysten der HSBC hatten die Aktien zudem von "Overweight" auf "Neutral" heruntergestuft.

Tagessieger waren hingegen die Aktien von CETV, die um 8,73 Prozent auf 573 Kronen nach oben schnellten. Damit notieren die Titel auf einem Dreimonatshoch. Die Experten der Bank of America hatten die Papiere unter die Lupe genommen und sie von "Underperform" auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel erhöhten die Analysten gleichzeitig deutlich von 23,00 Kronen auf 37,00 Kronen. Am Vortag hatte CETV bekanntgegeben, seine Töchter in der Ukraine für 300 Mill. Dollar zu verkaufen.

Titel von Philip Morris gewannen 1,52 Prozent auf 10 052,00 Kronen hinzu. Die auch in Prag notierten Anteilsscheine der Vienna Insurance Group (ATX-Wert) (VIG) fielen um 1,30 Prozent auf 985,10 Kronen.

Die Prager Börse hofft für dieses Jahr auf neue Notierungen. Laut Vorstand Petr Koblic gibt es fünf Interessenten. Darüber hinaus hätten bereits drei Firmen, darunter die Bank Csob und die Wettfirma Fortuna, einen Gang an die Börse angekündigt. Bei der KIT Digital wird es Ende Januar 2010 so weit sein. Für 2010 rechnet Koblic mit einem IPO-Volumen von 5,8 Mrd. Euro, 2009 hatte sich niemand an die Börse gewagt. Die neue Börsenholding Ceeseg will nicht selbst nicht an die Börse, hieß es an diesem Donnerstag erneut. Auch für deren Töchter sei derartiges nicht geplant./cz/

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