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07.01.2009

19:20 Uhr

Internationaler Aktienhandel

US-Konjunkturdaten belasten Schweizer Börse

Schweizer Aktien haben am Mittwoch im Minus geschlossen, allerdings über ihrem Tagestief vom Nachmittag. Nach einem schwachen Start und einem kurzen Ausflug ins Plus haben vor allem US-Konjunkturdaten und die Entwicklung an der Wall Street auf die Stimmung gedrückt und für den Absturz gesorgt.

dpa-afx ZÜRICH. So war der als Frühindikator für den Arbeitsmarktbericht vom Freitag angesehene ADP-Bericht enttäuschend ausgefallen. Überraschend hohe Öllagerbestände in den USA hätten später eine negative Kettenreaktion ausgelöst, hieß es. Niedrigere Ölpreise belasteten die amerikanischen Energiewerte. Zudem sorgten die Geschäftszahlen von Intel und Alcoa für schlechte Stimmung. Die Wall Street baute ihr Minus in den ersten Stunden aus, was an einem relativ nachrichtenarmen Tag auch in der Schweiz auf die Kurse drückte.

Der SMI schloss um 0,65 Prozent oder 37,62 Stellen leichter bei 5 761,69 Punkten. Der 30 Titel umfassende gekappte SLI gab um 0,89 Prozent auf 830,61 Stellen und der SPI um 0,69 Prozent auf 4 754,91 Zähler nach.

Am Berichtstag standen vor allem die Bankenwerte im Fokus, allen voran UBS (-1,5 Prozent auf 15,85 Franken). Händler verwiesen auf Gerüchte, wonach es zu einer weiteren Gewinnwarnung oder Kapitalerhöhung kommen könnte. Das Chemieunternehmen Lyondellbasell Industries hatte für das US-Geschäft Gläubigerschutz unter Chapter-XI beantragt. Die Großbank selbst erklärte, ihr Engagement bei dem Chemiekonzern sei in den Risikopositionen enthalten, die sie für das dritte Quartal ausgewiesen hatte. Analysten sprachen von möglichen Abschreibungen zwischen 500 Mill. und einer Milliarde Dollar im ersten Quartal.

Deutlich schwächer zeigten sich Credit Suisse (-3,2 Prozent auf 30,80 Franken). Die Aktien der Großbanken litten zudem unter einer negativen Branchenstudie aus dem Hause Oppenheimer. Julius Bär (-0,3 Prozent auf 43,02 Franken) dagegen verzeichneten geringere Abschläge.

Zykliker wurden von den Anlegern abgestraft. So rangierten OC Oerlikon (-5,4 Prozent auf 76,95 Franken) am Tabellenende unter den 30 SMI /SLI-Titeln, und auch Kühne + Nagel (-3,7 Prozent auf 73,35 Franken) verloren deutlich.

Bei ABB (-3,5 Prozent Prozent auf 16,35 Franken) verwiesen Marktbeobachter zudem auf eine Umfrage von Jpmorgan, die ein ungünstiges Licht auf die Lage der Industrieunternehmen wirft. Adecco gaben ebenfalls 3,5 Prozent auf 36,50 Franken ab. Unternehmenschef Dieter Scheiff hatte in einem Interview mit der "Handelszeitung" für 2009 ein negatives Wachstum angekündigt.

Logitech (-1,6 Prozent auf 16,10 Franken) schlossen nach Kursgewinnen im Tagesverlauf erneut deutlich negativ. Die Herstellerin von Computerzubehör hatte am Vortag die Finanzziele für das Geschäftsjahr 2008/09 zurückgenommen.

Die Versicherer tendierten unterschiedlich. Während ZFS (-2,0 Prozent auf 240 Franken) und Baloise (-2,1 Prozent auf 82,15 Franken) deutlich im Minus standen, zählten Swiss Re (+1,6 Prozent auf 52,45 Franken) und Swiss Life (+1,0 Prozent auf 79,35 Franken) zu den Tagesgewinnern.

Bei den defensiven Nestle (+0,1 Prozent auf 42,44 Franken), Roche (-0,4 Prozent auf 169,90 Franken) und Novartis (-0,4 Prozent auf 53,85 Franken) gab es keine größeren Veränderungen.

Zu Actelion (+0,1 Prozent auf 60,35 Franken) kursierten am Markt Gerüchte, wonach ein US-Pharmamulti eine unfreundliche Übernahme des Allschwiler Biotechnologiekonzerns anstrebt. Neben Pfizer soll neu auch Wyeth an Actelion Interesse haben.

Syngenta (+3,2 Prozent auf 224,60 Franken) stießen am Nachmittag in positives Kursterrain vor und gingen als Spitzenreiter unter den 30 Bluechips aus dem Handel. Die Papiere des Agrochemiekonzerns reagierten damit auf die positive Quartalsergebnispublikation des US-Mitbewerbers Monsanto./

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