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19.03.2014

16:46 Uhr

Internetwährung

Hedgefonds greift bei Bitcoin-Startup zu

Bitcoin-Unternehmen stehen bei Profi-Investoren hoch im Kurs. Mit einem Investment von zehn Millionen Dollar in die Tauschbörse Bitstamp schloss der Hedgefonds Pantera Capital die bislang größte Finanzierung ab.

Pantera Capital hat rund 10 Millionen in die Bitcoin-Tauschbörse Bitstamp investiert und damit die die bislang größte Finanzierung eines Kryptowährungsunternehmens abgeschlossen. Reuters

Pantera Capital hat rund 10 Millionen in die Bitcoin-Tauschbörse Bitstamp investiert und damit die die bislang größte Finanzierung eines Kryptowährungsunternehmens abgeschlossen.

New YorkBitcoins fristeten lange Zeit ihr Dasein als Geldanlage für Nerds. Doch längst ist die Internetwährung Objekt für Investitionen und Spekulationen - vor allem für institutionelle Anleger. So erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der US-Hedgefonds Pantera Capital Management rund zehn Millionen Dollar in Bitstamp investiert hat und zwar schon Monate bevor das Startup zum weltweit dominierenden Dollar-Bitcoin-Marktplatz wurde.

Pantera Capital verwaltet unter anderem Gelder für Manager der Fortress Investment Group, welche für ihre Risikogeschäfte bekannt ist. In den USA steckt die Investmentgesellschaft das Geld ihrer Kunden in Spielbanken und Pferderennen, in Deutschland machte sie vor allem durch umfangreiche Immobilieninvestments von sich reden.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Das Investment Ende vergangenen Jahres ist eines der größten in ein Bitcoin-Venture überhaupt, erfuhr die Nachrichtenagentur von Insidern. Pantera versuche im Rahmen einer breiten Strategie, zu einer Marke in der Bitcoin-Welt zu werden - das Investment in Bitstamp ist ein Schritt in diese Richtung.

Das Unternehmen wurde 2011 in Slowenien gegründet, verlegte seine Geschäftstätigkeit aber im vergangenen Jahr nach London. Ursprünglich war es als Alternative zu der Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox gedacht. Im Februar 2014 erlebte das Startup einen Boom: Sein Marktanteil bei Dollar-Bitcoin-Geschäften ist seit Mitte des Monats rasant angestiegen und hatte teilweise die Schwelle von 50 Prozent erreicht, zeigen Daten des Marktforschers Coinometrics.

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