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24.03.2014

11:40 Uhr

Sandra Crowl ist Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac.

Sandra Crowl ist Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac.

DüsseldorfSandra Crowl ist Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac. Sie hat alle Marktentwicklungen im Auge.

Frau Crowl, bei Carmignac Gestion haben Sie relativ früh in den Emerging Markets investiert. Wie bewerten Sie die Entwicklungen der letzten Monate?

Die Schwellenländer zeigen nicht mehr die einheitlichen Wachstumstendenzen wie noch in der Vergangenheit. Länder wie Russland, Brasilien und Indonesien sind durch die Folgen einer rückläufigen Rohstoffnachfrage aus China zuletzt unter Druck geraten. Teilweise hat das Kreditwachstum vor Ort auch die Binneninflation nach oben getrieben. Die Türkei, Südafrika sowie in geringerem Maße auch Indien sind durch den rasanten Anstieg der US-Zinsen im letzten Sommer zunächst sehr hart getroffen worden. Parallel dazu müssen kleinere Anden-Staaten wie Peru und Kolumbien, die zuletzt ebenso von einem kräftigen Kreditwachstum profitiert hatten wie einige südostasiatische Länder wie zum Beispiel Thailand, nun mit einem wesentlich strengeren Umfeld fertig werden.

Aber es gibt erste Zeichen der Erholung...

Wir haben es mit einer vom produzierenden Gewerbe ausgehenden Erholungstendenz zu tun. Deswegen kommen Staaten wie Mexiko, Taiwan und Korea nicht nur der aktuelle Aufwärtstrend in den USA, sondern auch die wieder anziehenden Aktivitäten in Japan zugute – und zwar insbesondere in den Segmenten Automobile, IT, Robotik und Technik.

Die besten deutschen Aktienfonds

Deutsche Wertpapierfonds

7,61 Prozent durchschnittliche Jahresrendite haben Fonds mit den Fokus auf deutsche Aktien ihren Anlegern zwischen 2003 und 2013 ihren Anlegern gebracht, fand der Branchenverband BVI heraus. Das sind mehr als zwei Prozentpunkte über der Performance der internationalen Wertpapierfonds. Welche Produkte höchste Rendite bringen.

Platz 1: DWS Deutschland

10-Jahres-Rendite: 23,488 Prozent

15-Jahres-Rendite: 39,903 Prozent

20-Jahres-Rendite: 69,282 Prozent

Platz 2: DWS Aktien Strategie Deutschland

10-Jahres-Rendite: 22,123 Prozent

Platz 3: DWS German Equities Typ O

10-Jahres-Rendite: 20,729 Prozent

15-Jahres-Rendite: 33,855 Prozent

Platz 4: Concerta-A-Eur

10-Jahres-Rendite: 20,296 Prozent
15-Jahres-Rendite: 32,881 Prozent
20-Jahres-Rendite: 53,477 Prozent
25-Jahres-Rendite: 87,902 Prozent
30-Jahres-Rendite: 149,831 Prozent
35-Jahres-Rendite: 278,247 Prozent

Platz 5: DWS Investa

10-Jahres-Rendite: 19,787 Prozent
15-Jahres-Rendite: 31,357 Prozent
20-Jahres-Rendite: 52,743 Prozent
25-Jahres-Rendite: 91,115 Prozent
30-Jahres-Rendite: 156,422 Prozent
35-Jahres-Rendite: 296,177 Prozent

Wie haben Sie diese Entwicklungen in Ihren globalen Portfolios umgesetzt?

In den etablierten Volkswirtschaften haben nach der Finanzkrise und aufgrund der immensen Staatsverschuldung ihre Volkswirtschaften reformiert und ernten jetzt dafür die Früchte. 2013 war ein Jahr des Übergangs. Wir haben unsere Portfolios speziell auf einige Themen an den etablierten Märkten ausgerichtet, die sich im Wesentlichen erst im letzten Jahr entwickelt haben. Gleichzeitig haben wir die Gewichtung unserer Portfolios an den Schwellenländermärkten halbiert.

Es scheint, dass die Eurozone die konjunkturelle Talsohle endgültig durchschritten hat, die Wirtschaft langsam anzieht, die Aktienmärkte jedoch keine Kurssteigerungen auf breiter Front mehr zeigen. Wo gibt es überhaupt noch Chancen?

In Europa steckt die Konjunkturerholung zwar immer noch im äußersten Anfangsstadium, im Finanzsektor bieten sich jedoch bereits wieder diverse Anlagechancen. Schließlich haben sich die Banken auf die Einhaltung der neuen Kapitalvorgaben vorbereitet, indem sie ihre Verbindlichkeiten restrukturiert und ihre Bilanzen saniert haben. Man wird die EZB wohl dazu auffordern, die Gefahr eines stärkeren Euro einzudämmen und ihre lockere Geldmarktpolitik beizubehalten. So hat Mario Draghi erst kürzlich zum Ausdruck gebracht, dass er einen Euro-US-Dollar-Wechselkurs von über 1,40 nicht tolerieren werde.

Das bestimmende Thema der internationalen Politik derzeit ist der Konflikt um die Ukraine. Welche wirtschaftlichen Folgen wird dies für Europa haben, zum Beispiel auf die europäische Gasversorgung? Der letzte Winter war in Europa mild, deswegen sind die Lagerbestände an Gas und Öl momentan hoch. Europa bezieht aktuell 60 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland, von denen allerdings nur 16 Prozent durch die Ukraine transportiert werden. Deshalb scheint das kein schwerwiegendes Problem zu sein. Die einzigen Ausnahmen sind Deutschland, Österreich und die Türkei, die in höherem Maße abhängig sind. Doch würde Russland die Beziehungen zu bzw. den Handel mit seinen größten Handelspartnern in Europa wirklich gefährden?

Falls sich die Ukraine politisch zukünftig stärker an Europa und der EU orientieren sollte: Wird der Markt für europäische Investoren interessant?

Aus Sicht eines Investors leidet die Ukraine unter einem hohen politischen Risiko und einer schwächelnden Wirtschaft. Außerdem ist dieses Land sehr abhängig von der landwirtschaftlichen Produktion, etwa von Weizen und Mais. Hier können sich jedoch einige kurzfristige günstige Anlagechancen bieten.

Von

BaS

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.03.2014, 16:48 Uhr

Die EZB bereitet QE vor. Und zwar volles Programm. Das ist hier nur die Begleitmusik...

Account gelöscht!

26.03.2014, 08:21 Uhr

Carmignac, Flossbach und Co haben letztes Jahr gezeigt, was sie wirklich können: GAR NICHTS.
Wenn teure Fonds derart versagen und sich durch schlichte ETFs demaskieren lassen, weiß auch der letzte, was davon zu halten ist.
Die Aussagen im Interview sind Allgemeingut...und so investiert Carmignac auch. Nein, danke.

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