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21.10.2011

11:37 Uhr

Interview mit Uli Hoeneß

„Die großen Investoren quetschen die Märkte aus“

VonChristian Panster, Christian Schnell

Uli Hoeneß vertraut bei der Geldanlage auf sein eigenes Urteil. Der Bayern-Präsident ist ein Fan von Aktien. Von Gold hält er nichts und von Geldprofis auch nicht. Die manipulieren die Märkte, sagt er im Interview.

Uli Hoeneß: „Der nächste Crash wird kommen - und die Folgen werden nicht so einfach zu bezahlen sein.“ Bernd Huber für Handelsblatt

Uli Hoeneß: „Der nächste Crash wird kommen - und die Folgen werden nicht so einfach zu bezahlen sein.“

Herr Hoeneß, sind Sie ein Zocker?

Nein, das bin ich nicht. Früher war ich zwar spekulativer unterwegs, habe etwa mit Devisen gehandelt. Ich war aber nie ein Daytrader oder so etwas. Kurz rein und schnell wieder raus – das entspricht nicht meiner Überzeugung. Ich versuche, Ideen zu entwickeln, die ich dann langfristig verfolge. Das ist nicht immer einfach; ich glaube aber, dass sich Geduld am Ende auszahlen wird.

Und welche Idee haben Sie zuletzt entwickelt?
Ich schaue auf konservative Aktien wie die Deutsche Telekom. Das ist immer noch meine Lieblingsaktie; sie müsste normalerweise viermal so viel wert sein, als das derzeit der Fall ist. Oder Allianz, Eon, Siemens, Adidas und VW.

Wann haben Sie Ihre Telekom-Aktie gekauft?
Vor fünf oder sechs Jahren.

Kein gutes Geschäft, die Aktie ist heute weniger wert …
Trotzdem habe ich kein Geld verloren – wegen der hohen Dividendenausschüttungen. Und, wie gesagt: Ich glaube, dass sich der Kurs in Zukunft besser entwickeln wird.

Beschäftigen Sie sich täglich mit der Börse?
Nein, das kann man nicht, dafür fehlt mir auch die Zeit. Vermutlich würde ich auf Dauer sowieso verrückt werden, wenn ich jede noch so kleine Veränderung beobachten würde.

Früher waren Sie spekulativer unterwegs, sagten Sie – werden Sie im Alter etwa vorsichtig?
Es ist keine Frage des Alters. Früher waren die Kapitalmärkte sehr viel überschaubarer. Heute gibt es unzählige Hedge-Fonds, die mit dem Geld nur so um sich schmeißen. Sie wollen alle das große Rad drehen – und
manipulieren dabei die Märkte. Da muss man zwangsläufig vorsichtig sein.

Was meinen Sie mit manipulieren?

Die großen Investoren machen sehr oft gemeinsame Sache. Sie konstruieren Trends, die sie dann durchziehen, bis die Märkte ausgequetscht sind.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

21.10.2011, 12:23 Uhr

Soweit ist es schon mit diesem Untergang des Systems, dass selbst Fussballer, als Finanzexperten dargestellt werden! :D
Ein Widerspruch an sich von Hoeneß, dass er an Manipulationen der Märkte glaubt, aber trotzdem nichts von Gold hält. Gerade weil alles manipuliert wird, sollte man doch eher auf Aktien verzichten!! Außer natürlich handfeste Werte, aber davon gibt es nur eine Handvoll Marken!

Wolf54321

21.10.2011, 13:48 Uhr

Ich wette, dass der Goldpreis in 2 Jahren nicht unter 1700, sondern unter 1000 § steht.

Übrigens, bei Aktien kann man sich mit ein wenig Recherche ziemlich genau ausrechnen, ob eine Aktie "billig" oder "teuer" ist. Wie geht das bei Gold? Komm mir jetzt bitte Keiner mit Geldmenge - ... dann muss ich laut lachen. :D

Willi

21.10.2011, 14:42 Uhr

Das kann ich nur bestätigen. Als Mittelständler bin ich in einer ähnlichen Lage, wie Herr Hoeneß. Man muß auf sein eigenes Herz vertrauen, wie im normalen Geschäft. Die ganze Finanzbranche und insbesondere die Berater sind allesamt ... naja ich schreibe das hier nicht!

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