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10.06.2015

14:37 Uhr

Interview zur Zinswende

„Kurzfristig dürften die Renditen weiter steigen“

VonKatharina Schneider

Das wichtigste Staatspapier, die 10-jährige Bundesanleihe, hat eine bedeutende Marke geknackt. Das Papier rentiert wieder mit mehr als einem Prozent. Commerzbank-Analyst Leister sagt: Das ist für Aktien schlecht.

Höhere Renditen für Bundesanleihen bedeuten auch: Das Schuldenmachen für die Bundesrepublik wird teurer. dpa

Vor dem Reichtstag

Höhere Renditen für Bundesanleihen bedeuten auch: Das Schuldenmachen für die Bundesrepublik wird teurer.

FrankfurtMichael Leister analysiert für die Commerzbank unter anderem die Kurse von Staatsanleihen in der Eurozone. In den vergangenen Wochen sind die Kurse vieler dieser Papiere kollabiert, die Renditen im Gegenzug in die Höhe geschossen – am Mittwoch knackte die zehnjährige Bundesanleihe die Ein-Prozent-Marke. Der Marathonläufer beantwortet einige Fragen rund um diese abrupte Zinswende.

Experte für Euro-Staatsanleihen bei der Commerzbank. PR

Michael Leister

Experte für Euro-Staatsanleihen bei der Commerzbank.

Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert am Mittwoch zum ersten Mal nach neun Monaten wieder über einem Prozent. Mitte April schien es noch, als ob die Anleiherendite ins Negative dreht. Wie konnte das passieren
Die Investoren sind wieder deutlich sensitiver hinsichtlich des Inflationsausblicks. So lagen die Verbraucherpreise für Mai deutlich über den Markterwartungen, und die Platzierung der neuen 30-jährigen inflationsindexierten Bundesanleihe verzeichnete eine sehr gute Nachfrage. Zudem hat auch die gleichgültige Haltung der EZB, die den starken Kursschwankungen an den Anleihemärkten nicht entgegenwirken möchte, den Markt verunsichert.

Rechnen Sie mit einem weiteren Anstieg?
Kurzfristig dürften die Renditen weiter steigen. Zum einen spiegeln sich die anziehenden Inflationserwartungen zunehmend in den Kursen wieder. Darüber hinaus dämpft die hohe Volatilität den Risikoappetit und viele Investoren halten sich zurück.

Rendite zehnjähriger Staatspapiere: Bundesanleihe knackt die Ein-Prozent-Marke

Rendite zehnjähriger Staatspapiere

Bundesanleihe knackt die Ein-Prozent-Marke

Wie sich die Welt in zwei Monaten ändern kann: Im April schienen Negativrenditen bei zehnjährigen Bundesanleihen sicher. Am Morgen rentierten die Papiere zwischendurch bei 1,05 Prozent. Ist die Zinswende damit Fakt?

Ist jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt für Investoren?
Insbesondere am kurzen Ende erachten wir die derzeitigen Niveaus für attraktiv, da diese unvereinbar mit unserem Ausblick für die EZB-Zinspolitik und die Bedingungen am Geldmarkt sind. In längeren Laufzeiten, wo derartige fundamentale Betrachtungen derzeit nur eine untergeordnete Rolle, scheint das Ertragsprofil angesichts der anhaltenden Volatilität vorerst jedoch unattraktiv.

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