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03.05.2013

14:11 Uhr

Investmentguru

Buffett gönnt seinem Nachfolger mehr Gehalt

100.000 Euro verdient Warren Buffett als CEO von Berkshire Hathaway – bei einem geschätzten Vermögen von 57 Milliarden Dollar eher ein symbolischer Betrag. Sein Nachfolger soll mehr bekommen, dafür will er sorgen.

Starinvestor Buffett mischt jetzt auch bei Twitter mit. ap

Starinvestor Buffett mischt jetzt auch bei Twitter mit.

New YorkWarren Buffett rechnet damit, dass sein Nachfolger auf dem Chefsessel der Investmentholding Berkshire Hathaway mehr verdienen wird als er selbst. „Ich habe ein Memorandum an den Vorstand verfasst, wie sie ein Gehaltspaket gestalten sollten“, sagte Buffett am Donnerstag zu Bloomberg Television in Omaha. „Es sind keine 100.000 Dollar im Jahr.“ Das Gehalt des nächsten CEO solle vom Vorstand festgelegt werden.

Der 82-jährige Buffett ist der weltweit drittreichste Mann mit einem Vermögen von mehr als 57 Milliarden Dollar, wie aus dem Bloomberg Milliardärsindex hervorgeht. Über 25 Jahre hinweg bezog er ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar für die Leitung von Berkshire. Er erstattet dem Unternehmen gewöhnlich die Hälfte davon, um persönliche Ausgaben wie Post- und Telefongebühren zu decken, wie aus früheren Mitteilungen hervorgeht.

Wer ist Warren Buffett?

Die Grundlagen

Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

Der Förderer

Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

Buffett Partnership , LTD

Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

Der Aufstieg

Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

Berkshires Umwandlung

Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

Buffetts Bilanz

Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

Das Prinzip

Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

Das Dilemma

Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

American Express

Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

Das Versicherungsgeschäft

Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

Washington Post

Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

Coca-Cola

Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

Gillette

Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

Fruit of the Loom

Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

Clayton Homes

Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

Wells Fargo

Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Buffett hatte vergangenes Jahr gesagt, der Vorstand habe einem Kandidaten für das Amt des CEO zugestimmt, sobald er es nicht mehr ausfülle. Eine bestimmte Person wurde nicht genannt.

Vielleicht wird Buffett den Namen sogar als Erstes auf Twitter bekanntgeben, wo der 82-Jährige seit Donnerstag angemeldet ist. „Warren is in the house“, der Spruch bescherte ihm binnen vier Stunden 140.000 Anhänger. Am Freitag waren es schon mehr als 250.000 – Tendenz steigend. Eigentlich meidet Buffett soziale Netzwerke. Der Legende nach hat er nicht einmal einen Computer in seinem Büro stehen.

Neu auf Twitter: @WarrenBuffett sammelt Follower im Sekundentakt

Neu auf Twitter

@WarrenBuffett sammelt Follower im Sekundentakt

„Warren is in the house“ war der erste Tweet des notorisch technologiekritischen Star-Investoren Warren Buffett.

Der Zeitpunkt ist gut gewählt: An diesem Samstag ist die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Die Veranstaltung ist als „Woodstock für Kapitalisten“ bekannt. Zehntausende Aktionäre und Fans von Warren Buffett strömen jedes Jahr in dessen Heimatstadt Omaha, um ihrem Idol zu lauschen. Dieses Mal lohnt vielleicht auch ein Blick auf Twitter.

Kommentare (1)

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Hias333

03.05.2013, 19:24 Uhr

"Zahle Peanuts und du bekommst nur Affen". Gute Leute haben ihren Preis - genauso wie Fussballer, Schauspieler, Formel-1-Fahrer etc. Auch Sie -babsack69- würden es sich bezahlen lassen, wenn Sie in der Lage wären ein solches Unternehmen zu leiten. Stattdessen schreiben Sie hier vor Neid strotzende Kommentare....

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