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30.01.2014

11:14 Uhr

Investor Relations

Noch immer Pflicht statt Kür

ExklusivIm Zeitalter des Social Web haben Konzerne so viele Möglichkeiten wie noch nie, um mit ihren Investoren in Kontakt zu treten. Doch die wenigsten tun es, so das Ergebnis einer Studie.

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Investoren werden anspruchsvoller, wollen gut informiert werden. ap

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Investoren werden anspruchsvoller, wollen gut informiert werden.

Wenn es darum geht, Anleger zu überzeugen, ist die Investor-Relations-Webseite die Visitenkarte eines Unternehmens. Doch bei vielen Firmen müssen sie suchen und stolpern, bis sie die wichtigen Informationen gefunden haben. „Die Konzerne neigen dazu, sich online so darzustellen, wie sie sich selber sehen. Das bedeutet oft komplizierte Organigramme und langweilige PDFs“, kritisiert Thorsten Greiten, Leiter der diesjährigen „Investor Relations Benchmark“- Studie der Kölner Net Federation. Seit 2003 analysiert und bewertet die Net Federation Investor-Relations-Webseiten der 100 größten deutschen Unternehmen. Dazu gehören die 30 Dax-Konzerne sowie Firmen im M-Dax, Tech-Dax und S-Dax.

Das Ergebnis ist auch in diesem Jahr vernichtend: Zu unhandlich, zu unübersichtlich, und unzeitgemäß – urteilen die Studienmacher über die IR-Webseiten der meisten in den Indizes gelisteten Unternehmen. Selbst die harten Fakten kommen bei vielen der Konzerne zu kurz: Nur 58 Prozent schaffen es, ihre Anleger online über ihre Business-Strategie zu informieren. Lediglich ein Fünftel legt einen aktuellen Online-Quartalsbericht vor. Mit einem Online-Geschäftsbericht können die Anleger nur bei 42 Prozent der Unternehmen rechnen.

Doch es sind nicht nur Zahlen und Fakten, welche die Investoren auf einer IR-Webseite finden wollen. Sie erwarten eine Story, die die entscheidungsrelevante Frage beantwortet: Warum soll ich in dieses Unternehmen investieren?“, sagt Greiten. Nur den wenigsten Firmen gelinge es, ihr Konzept lebendig darzustellen.

Als ein positives Beispiel nennt die Studie BASF. Auf der Webseite des Chemiekonzerns können Anleger das Unternehmen anhand seines Gewinns beurteilen oder danach, wie viel CO2 es im vergangenen Jahr eingespart hat. Mit einem Klick wechseln die Balken und der Benutzer der Seite springt von ökologischen zu ökonomischen Kriterien.

Studie Top 5

Platz 5: Thyssen-Krupp

Auch wenn das Jahr für die Investoren von Thyssen-Krupp angesichts Verluste nicht so gut lief. Die IR-Seite des Stahlkonzerns gehört noch immer zu den besten ihrer Art: 713 von 1000 möglichen Punkten.

Platz 4: Bayer

Ein weiteres Chemie-Unternehmen findet sich unter den Top-5 der besten IR-Webseiten. Es punktet mit einer Webseite, deren Inhalte für Smartphones und Tablets optimiert sind und bekommt 719 Punkte.

Platz 3: RWE

Die Seite holt die meisten Punkte im Bereich „User Experience“ und präsentiert sich im neuen Design. Das macht 723 von 1000 möglichen Punkten.

Platz 2: Deutsche Post

Auch die Investoren der Deutschen Post haben es leicht, sich über die Lage des Unternehmens zu informieren. Die Nutzerfreundlichkeit der Webseite sowie die Entwicklung einer IR-App bringen dem Unternehmen 790 Punkte. Auch können die Nutzer untereinander die Seiteninhalte leicht teilen.

Platz 1: BASF

Mit 832 von 1000 möglichen Punkten ist die Webseite des Chemiekonzerns die Nummer eins unter den IR-Webseiten, wie bereits im vergangenen Jahr. Dabei loben die Studienmacher die Aufgeschlossenheit des Konzerns für Social Media und die Darstellung seiner Kennzahlen.

Ein anderes Unternehmen, das punktet, ist die Deutsche Telekom. Per Video nimmt dort Telekom-Chef René Obermann Stellung zu den aktuellen Quartalszahlen. Mit der Einbettung von Videos ist die Telekom allerdings eine Seltenheit unter den Konzernen. Lediglich elf Prozent von ihnen benutzen bewegte Bilder, um ihre Geschäftszahlen zu präsentieren. Den größten Sprung bei ihrer Kommunikation mit den Investoren hat die Deutsche Börse gemacht. Eine neue App, ein Online-Geschäftsbericht und neues Design haben das Unternehmen 37 Ränge auf Platz 36 nach oben geschoben.

Kommentare (1)

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mon_yburns@central.banktunnel.eu

30.01.2014, 11:26 Uhr

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