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09.04.2013

13:46 Uhr

Investoren flüchten nach Europa

Japans Geldflut entfesselt die Renditejagd

Europäische Staatsanleihen werden für Anleger wieder attraktiv – trotz der Lage in Zypern und Italien. Experten sehen eine Renditejagd der Investoren, weil die Geldflut aus Japan Anleger nach Europa spüle.

Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten jeweiligen Landesfahnen hoch. Anleger greifen bei Anleihen der Euro-Länder zu. dpa

Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten jeweiligen Landesfahnen hoch. Anleger greifen bei Anleihen der Euro-Länder zu.

FrankfurtDie beispiellose Geldflut der japanischen Notenbank sorgt für eine Rally bei den Staatsanleihen aus der Euro-Zone. Japanische Investoren treibt es auf der Suche nach höheren Erträgen nach Europa, und ihre Bondkäufe neutralisieren die Auswirkungen der Bankenkrise in Zypern und der politischen Unsicherheit nach den Wahlen in Italien.

Die Bank von Japan (BOJ) wird unter dem neuen Chef Haruhiko Kuroda monatlich Staatsanleihen im Volumen von 7,5 Billionen Yen (58 Mrd. Euro) kaufen - die größte geldpolitische Lockerung seit die Zentralbank 2001 mit dem Programm begann, um die Konjunktur anzukurbeln. Japan hat in den vergangenen fünf Jahren drei Rezessionen durchgemacht. Die Zentralbank hat nun ein Ziel von zwei Jahren gesetzt, um unter einer „neuen Phase der geldpolitischen Lockerung” eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen.

Belgische Bonds verzeichneten nach der Entscheidung der BOJ am 4. April die beste Entwicklung in der Eurozone. Die Finanzierungskosten Belgiens, Frankreichs und Österreichs sanken am Montag auf Rekordtiefs. Die Rendite der zweijährigen italienischen Anleihen sank auf ein Zwei-Monats-Tief, und bei den zweijährigen Spanien-Papieren fiel die Rendite erstmals seit Oktober 2010 unter zwei Prozent.

„Für die Investoren ist jetzt die Zeit, der BOJ ihren Respekt zu zollen und auf die Renditejagd zu gehen - nach dem Motto 'wer zuerst kommt, mahlt zuerst'“, sagt Shinji Kunibe, Chef-Portfoliomanager bei Nissay in Tokio. „Und nicht nur japanische, sondern auch andere ausländische Investoren nehmen an der Jagd teil, denn sie hatten erwartet, dass die Japaner dies tun würden“, ergänzte er. Kunibe hat vor allem in französischen Bonds investiert, aber auch mehr spanischen Staatspapiere gekauft.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Belgische Staatspapiere kommen seit dem 4. April auf einen Ertrag von 0,98 Prozent, während japanische Bonds 0,3 Prozent verloren haben. Das zeigen Indizes von Bank of America. Spanien-Bonds brachten 0,64 Prozent ein und italienische Anleihen 0,56 Prozent. Die Rendite der belgischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sank am Montag auf 1,924 Prozent, die zehnjährigen österreichischen Finanzierungskosten fielen auf 1,46 Prozent und die zehnjährige Frankreich-Rendite touchierte 1,709 Prozent.

Kommentare (5)

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Hagbard_Celine

09.04.2013, 13:46 Uhr

Normalerweise haben Anleger die Möglichkeit auf Abwertung bzw. Inflation mit höheren Zinsen zu reagieren, nicht jedoch wenn $, Euro und YEN parallel abgewertet werden.

Irgendwo müssen eben die Unsummen angelegt werden.

Staaten würde so ein Vorgehen die Möglichkeit eröffnen sich von einem Teil der Schulden zu befreien und ich vermute mal darauf läuft es hinaus.

Die US Inflation pendelte in den letzten Jahren zwischen 5 und 15 (in Worten fünfzehn) %.

Account gelöscht!

09.04.2013, 14:25 Uhr

Hauptsache man sagt den "Spekulanten" auch, dass sie im Falle der Fehlinvestion ihre Verluste gefälligst selber tragen und nicht wieder das große Gejammer los geht.

maximilian@baehring.at

09.04.2013, 14:25 Uhr

http://central.banktunnel.eu/20130409-hmrev.jpg

REGARDs

http://central.banktunnel.eu/20130409-1420-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

Ma>|



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