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21.05.2015

11:44 Uhr

IPO

Europcar will so schnell wie möglich an die Börse

Der französische Autovermieter Europcar drängt an die Börse. Von dem IPO verspricht sich der Konzern Einnahmen in Höhe von knapp 500 Millionen Euro. 2017 stellt Europcar Aktionären zudem eine Dividende in Aussicht.

Der Europcar-CEO will den Autovermieter bis Ende Juni an die Börse bringen. AFP

Philippe Germond

Der Europcar-CEO will den Autovermieter bis Ende Juni an die Börse bringen.

ParisDer französische Sixt -Rivale Europcar strebt bis Ende Juni an die Börse. Mit der Erstnotiz seiner Aktien (IPO) wolle das Unternehmen 475 Millionen Euro einsammeln, sagte Finanzchefin Caroline Parot am Donnerstag. Mit einem Teil des Geldes solle der Schuldenberg reduziert werden. Ende März beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 607 Millionen Euro.

Europcar betreibt weltweit eine Flotte von mehr als 200.000 Fahrzeugen in 160 Ländern und gehört damit zu den führenden Unternehmen der Branche. Der Autovermieter gehörte einst zu Volkswagen, war 2006 aber an Eurazeo verkauft worden. Eurazeo werde im Rahmen des IPO einen Teil seiner Aktien abgeben, aber bedeutender Anteilseigner bleiben, sagte Parot.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Europcar will in den kommenden drei Jahren jeweils um drei bis fünf Prozent wachsen und bis 2017 eine operative Rendite von über 13 Prozent erzielen. Dann sollen auch Dividenden gezahlt werden – mindestens 30 Prozent des Nettogewinns.

Der Börsengang könnte das Vertrauen der Investoren in Frankreich stärken, nachdem zuletzt das Solarunternehmen Solairedirect und Labco, eine Firma für medizinische Diagnostiksysteme, ihre IPOs verschoben hatten. In den ersten drei Monaten wagten nach Reuters-Daten neun französische Unternehmen den Gang aufs Parkett, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur vier waren.

Von

rtr

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