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02.06.2015

13:25 Uhr

IPO von Ado Properties

Berliner Wohnungen kommen an die Börse

VonSusanne Schier

Der Wohnungsmarkt in Berlin ist attraktiv und Ado Properties konzentriert auf die deutsche Hauptstadt. Die Immobilienfirma geht jetzt an die Börse und will mit dem Erlös auf große Einkaufstour in der Stadt gehen.

Ado Properties gehören 13.700 Wohnungen in Berlin im Wert von 1,2 Milliarden Euro. ap

Berliner Skyline

Ado Properties gehören 13.700 Wohnungen in Berlin im Wert von 1,2 Milliarden Euro.

FrankfurtDas auf den Berliner Wohnimmobilienmarkt spezialisierte Unternehmen Ado Properties strebt noch in diesem Jahr an die Frankfurter Börse und dabei mindestens 400 Millionen Euro einsammeln. „Wir wären das einzige im Prime Standard notierte Immobilienunternehmen, dass sich ausschließlich auf diesen interessanten Markt konzentriert“, sagte Vorstandschef Rabin Savion im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Neben einer Kapitalerhöhung will auch die Muttergesellschaft, die in Tel Aviv gelistete Ado Gruppe, einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Weitere Details wie etwa den geplanten Streubesitz nannte Ado Properties nicht. Federführend koordinieren den Börsengang Kempen & Co. sowie die UBS.

Ado Properties startete im Jahr 2006 und konzentriert sich ausschließlich auf den Berliner Wohnungsmarkt.  Dem Unternehmen, das in nahezu jedem Bezirk mit Immobilien vertreten ist, gehören 13.700 Wohneinheiten mit einem Wert von 1,2 Milliarden Euro. „Wir haben eine umfassende Marktkenntnis und erreichen von unserem Hauptsitz in Berlin alle unsere Immobilien innerhalb von rund 25 Minuten“, betont Savion.

Größte börsennotierte Wohnungsvermieter in Deutschland

Vonovia (ehemals Deutsche Annington)

360.000 vermietete Wohnungen (inkl. Gagfah)

Stand: Anfang September 2016

Deutsche Wohnen

158.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

LEG Immobilien

130.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

TAG Immobilien

76.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Grand City Properties

82.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Mit den Erlösen aus dem Börsengang, der noch vor der Sommerpause kommen könnte, will das Unternehmen weitere Wohnimmobilien in Berlin kaufen. Ado-Chef Savion strebt dabei „in den nächsten drei bis vier Jahren eine Verdoppelung unserer Wohneinheiten auf etwa 30 000 Einheiten an.“

Daneben plant Ado, weiter in das bestehende Portfolio investieren. Ein Teil der Immobilien soll dabei auch in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, die das Unternehmen „zu Preisen über der aktuellen Bewertung“ veräußern will. Ziel ist, ab 2016 rund 100 bis 150 Einheiten pro Jahr zu privatisieren. Zudem strebt das Unternehmen nach dem Börsengang eine Aufnahme in den Epra-Index an, einen wichtigen Börsenindex des Verbands des europäischen börsennotierten Immobiliensektors.

Die Nachfrage nach deutschen Immobilienaktien war zuletzt hoch, da Investoren auf steigende Immobilienpreise und Mieteinnahmen setzen. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters JLL sind die Neuvertragsmieten in Berlin allein im zweiten Halbjahr 2014 um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, Eigentumswohnungen wurden 12,8 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Ado Properties selbst verzeichnete in den Jahren 2012 bis 2014 ein durchschnittliches flächenbereinigtes Mietwachstum von 6,2 Prozent jährlich. Berlin sei interessant, so das Unternehmen, da es dort eine Kombination verschiedener Faktoren wie positiver Zuwanderung, zunehmender Arbeitskräftequalität, steigender Kaufkraft, abnehmender Arbeitslosigkeit und ein begrenztes Angebot an neuen Mietobjekten gebe. Davon hofft Ado Properties, auch künftig zu profitieren.

 

Kommentare (1)

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Herr Fred Meisenkaiser

02.06.2015, 13:54 Uhr

In Deutschland verdienen sich zahlreiche Parasiten eine goldene Nase. Wohnungen werden zum Spekulationsobjekt mit dem Ergebnis dass die Mieten explodieren.
In Wien sind seit Jahren die allermeisten Wohnungen im Besitz von Genossenschaften. Mit dem Ergebnis niedriger Mieten, Wohnen bleibt erschwinglich. Dies haben vorausschauende intelligente Politiker seit Jahrzehnten ermöglicht.
Schade, dass Deutschland diesbezüglich nichts mehr zu bieten hat.
Und so werden hierzulande die Parasiten zuLasten der Bürger immer reicher!

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