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19.11.2015

15:29 Uhr

Irische Staatsbank

AIB wagt sich wieder an Kapitalmarkt

Seit fünf Jahren ist die AIB fast komplett im Besitz des irischen Staats. Nun plant die Bank die Rückkehr an den Kapitalmarkt und platziert eine nachrangige Anleihe. Womöglich steht bald ein Börsengang an.

Zehn Jahre soll die Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro laufen. Aus dem Umfeld der Banken, die die Platzierung vorbereiten, heißt es, das Interesse der Anleger sei groß. dpa

Großes Interesse

Zehn Jahre soll die Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro laufen. Aus dem Umfeld der Banken, die die Platzierung vorbereiten, heißt es, das Interesse der Anleger sei groß.

LondonDas verstaatlichte irische Finanzinstitut Allied Irish Banks (AIB) wagt sich wieder an den Kapitalmarkt. Wie ein mit der Platzierung der nachrangigen AIB-Anleihe vertrauter Banker am Donnerstag sagte, wurde das Orderbuch für das zehnjährige Papier im Volumen von 750 Millionen Euro geöffnet. Der Gang an den Markt wird von mehreren großen Finanzinstituten vorbereitet – darunter ist auch die Deutsche Bank. Wie aus deren Umfeld verlautete, ist das Interesse von Anlegern in London und Frankfurt groß.

Die AIB war in der globalen Finanzkrise in Schieflage geraten und musste 2009 vom Staat gerettet werden. 2010 nahm Irland das Geldhaus fast komplett unter seine Fittiche: Der Staat hält 99 Prozent der Anteile. Womöglich kann die AIB 2016 an die Börse gebracht werden.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Von

rtr

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