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09.03.2012

21:00 Uhr

Börse + Märkte

ISDA: Kreditausfallversicherungen werden ausgelöst

Nach dem griechischen Schuldenschnitt werden die schwer berechenbaren Kreditausfallversicherungen fällig. Der Branchenverband ISDA stellte am Freitagabend wie erwartet ein sogenanntes Kreditereignis fest.

LondonMit diesem Begriff ist ein Zahlungsausfall gemeint, der die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auslöst, mit denen sich bestimmte Halter von griechischen Staatsanleihen abgesichert haben. Die Organisation begründete diesen Schritt auf ihrer Website folgendermaßen: Trotz einer hohen freiwilligen Beteiligungsquote wolle Athen alle Halter von Anleihen nach griechischem Recht zum Forderungsverzicht zwingen. Zu diesem Zweck hatte Griechenland vorsorglich bereits ein Gesetz verabschiedet, das die Möglichkeit eröffnet, alte Anleihen rückwirkend mit Zwangsklauseln (Collective Action Clauses/CAC) auszustatten.

Die Entscheidung der in London ansässigen International Swaps and Derivatives Association (ISDA) ist von großer Bedeutung, weil die Kreditausfallversicherungen während der letzten großen Finanzkrise eine entscheidende Rolle gespielt haben. Nachdem CDS-Titel bei der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 zu einem kolossalen Dominoeffekt und zur Beinah-Pleite des großen US-Versicherers AIG geführt hatten, sind ihre Auswirkungen gefürchtet. Bei den Plänen zur griechischen Umschuldung war bisher alles daran gesetzt worden, dass Kreditausfallversicherungen nicht fällig werden. Es ist aber unklar, welche Folgen die ISDA-Entscheidung nun tatsächlich hat, da niemand weiß, welcher Investor nun Kreditausfallversicherungen besitzt und welche weiteren Effekte eintreten können.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

09.03.2012, 21:42 Uhr

Alles sehr sehr seltsam. Da müht sich die Politik monatelag ab einen freiwilligen Deal auf die Beine zu stellen, erreicht ein nahezu perfektes Ergebnis bei dem die Gläubiger auf deutlich mehr verzichten als ursprünglich geplant... und dann zwingt man doch alle zum Tausch. Übrigens mit sehr dubiosen Manövern: nachträgliche Änderung der Anleihebedingungen, heimlicher Swap mit der EZB / EIB.

Wofür dann eigentlich diesen Aufwand?

War es nicht das Ziel diejenigen Spekulanten auszustechen, die mit CDS auf Staatspleiten gewettet haben und den Euro zum Zerfall bringen wollen?

Stattdessen lässt man bei diesen jetzt die Kasse klingeln und der Kleinanleger (oder soll ich sagen "Kleinspekulant") schaut in die Röhre. Mit den auf 20 Serien zerstückelten Neuanleihen kann der nix mehr anfangen. Die Verkaufsgebühren dürften den Großteil des Restwertes auffressen. Bravo.

German

09.03.2012, 21:43 Uhr

Gut so, die Griechen können den Hals nicht voll genug bekommen und die Finanzminister der EU machen mit. Hoffentlich fliegt denen der ganze Mist um die Ohren, sonst ändert sich eh nichts.

Thomas-Melber-Stuttgart

09.03.2012, 21:59 Uhr

Tja, die Frage ist nun, wie sich GR am "freien" Kapitalmarkt finanzieren kann? Jeder Bankvorstand wird erst einmal abwinken. Und 'mal sehen, wann die vom deutschen Steuerzahler ausgestellten Garantien gezogen werden.

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